Lenkung? Bevormundung! Politische Flatulenzen… mir stinkts

Freiheit heißt Eigenverantwortung. Wer Eigenverantwortung verneint, will Unfreiheit. So wie die große Koalition, mal wieder. Und die, die eigenverantwortlich leben wollen, die merken es meinem Eindruck nach schon nicht mehr – das macht mir noch nicht, aber schon fast Angst.

Spiegel online berichtet über den heroischen Kampf der Koalition gegen Kostenfallen – unter anderem die 2-Jahres-Verträge sollen verboten werden. Diese fiesen Kostenfallen, die uns alle so auszehren, pleite machen, unser Land bedrohen – das Ebola der Dauerschuldverhältnisse.

Ich frage mich bei solchen Gelegenheiten immer: Wer schützt uns vor denen, die uns ihren Schutz aufzwingen. Schutzgelderpressung ist eine Straftat. Misshandlung von Schutzbefohlenen auch. Degradierung zu willenlosem Stimmvieh wegen politisch vermuteter Unfähigkeit zu lesen, vulgo Hirnlosigkeit…

Sehr geehrte Frau Barley, Finger weg von unserem Willen – unsere freie Willensentschließung gehört uns – Art. 1, 2 Grundgesetz. Respektieren Sie wenigstens das Grundgesetz, wenn Sie schon Ihre Wähler verachten.

Ich weiß nicht, wie es Euch geht. Mir geht Verbraucherschutz zu weit. Er geht mir ab dem Moment, ab dem der Verbraucher als entmündigungswürdiger Volldepp stilisiert wird. Weder mag ich entmündigt werden, noch sind wir Vollidioten.

Verbraucher sind nicht nur legaldefiniert (§ 13 BGB). Sie sind auch quantifizierbar: Menge der älter als 18jährigen in Deutschland abzüglich unter amtlicher (Teil)Vormundschaft stehender Person. Dazu rechnen wir natürlich auch diejenige jugendliche Teilhabe an unserer sozialen Marktwirtschaft mittels Rechtsgeschäft, die unter den sog. Taschengeldparagraf, ein gerichtlich genehmigtes Unternehmerhandeln oder Ausbildungsvertrag fällt (§§ 110, 112, 113 BGB). Und schließlich sollen auch alle volljährigen Geschäftsunfähigen (Demenzkranke, Verwirrte und ähnliche Gruppen) umfasst bleiben, die einen Vertrag des täglichen Lebens mit geringem Wert abschließen, dessen Leistungsaustausch sofort bewirkt ist, § 105a BGB.

Ergebnis: das sind viele Menschen – quasi das, wovon der geneigte Berufspolitiker nicht mehr feuchte, sondern nasse Träume bekommt: die überwältigende Mehrheit.

Wir, die überwältigende Mehrheit, so der fürsorgliche Subkontext des politischen Ansinnens, sind so blöd, dass wir uns vor Dankbarkeit in den Dreck und bei nächst bester Gelegenheit in den Wahlzettel werfen sollen.

Denn: Keiner von uns kann lesen. Also Zeichen erkennen und ihren Sinn verstehen. Deswegen muss uns die Koalition vor 2 Jahresverträgen schützen.

Problem 1: Wenn wir nicht lesen können, können wir auch die Pressemeldung nicht verstehen…

Problem 2: Können wir uns vorstellen, was es heißt, 2 Jahre lang jeden Monat einen Beitrag leisten zu müssen? Hinweis zum Problem: Es ist die selbe Hirnleistung, ein Stoffwechselvorgang, die dafür sorgt, dass in der Hoffnung der geneigten Frau Ministerin wir sie jetzt alle toll finden.

Klar: Demokratie ist Mehrheitsgeschäft.

Klar: Politik ist Interessenvertretung.

Klar: Politiker wollen gewählt werden.

Wir sind ein freies Land – Klar?

Frage: Wie viele Gesetze braucht es noch, bis der Letzte bemerkt hat, dass wir alle freiheitsbezogenen Elemente aus unserer Gesellschaftsordnung (Gesetzeslage) entfernt haben, so dass wir faktisch in einer staatlichen Benimmanstalt leben?

Frage: Was soll die unterschwellige Dämonisierung von ganzen Branchen?

These: Jeder will seinen Arbeitsplatz behalten. Kühne These, ich weiß – wollte mal einen rauslassen.

Betrachtung:

Ich finde die Frau Ministerin anmaßend. Sie erklärt ihre Mitbürger zu Idioten. Leider finden das viele von uns toll. Ob sie merken, dass sie zu diesen Idioten gezählt werden?

Die böseböseböse Telekommunikationsindustrie will unser bestes: unser Geld. (Wie der Finanzminister übrigens auch und der Arbeits- und Sozialminister).

Wir wollen 5G und Flattarife und wasweisdertechnikgottnochalles für Features. Am liebsten umsonst, so wie Google (das war ein Witz!).

Das Unternehmen soll tolle Löhne zahlen, Kitas für die Mitarbeiter bauen und faire Werbung machen, gendergerecht sein und vegane Kantinenbereiche einrichten. Frau Ministerin, sie sind sicher bei mir, denn alle Arbeitnehmer sind in ihrer Freizeit ja Verbraucher.

Blöd ist jetzt folgendes: Wenn ein Unternehmen seine Kalkulationssicherheit verliert, weil jeder Kunde grad machen darf, was er will, dann wird es aus kaufmännischer Vorsicht, damit es in schlechten Zeiten zum Beispiel Löhne zahlen kann (womit dann wir vollpralldämlichen Verbraucher konsumieren und Mehrwertsteuer auslösen sollendürfen), wenig investieren, kühne Projekte wagen, Personal einstellen.

Auch Blödsinn hat Konsequenzen. Politiker haben ein recht einfaches, sehr abwählwürdiges Beuteschema: Unternehmen. Die sind böse und natürlich (also von Natur aus) unmoralisch. Die wollen Steuern sparen, teure Medikamente verkaufen, die Bürger finanziell ausweiden… es ist zum Gruseln.

Ich bin lange genug im Geschäft um zu wissen: es gibt solche – aber alle? Sind wir alle, außer Politkern natürlich, Schweine, Narzissten, Egomanen? Hmmmm…

Nun, ein lieber Freund und Lehrer hat mir mal gesagt: Beute wehrt sich immer.

Wird an Kalkulationsgrundlagen gesägt, ja herumgesprengt, dann muss sich der Betroffene was einfallen lassen. Er wird andere Gestaltungen finden. Die dann den Betroffenen vielleicht weniger gut gefallen. Höhere Preise etwa, geringere Kulanz, was auch immer. Ein Kassenarzt kann ca 8 Minuten pro Patient aufwenden – oder mit einem hippokratischen Lächeln Insolvenz anmelden (und der Ausbildungsplatz ist weg, Insolvenzgeld zahlen wir alle – das ist die wirtschaftliche Realität).

Und das nur, weil jemand sich sicher war, dass das Volk aus Verbrauchern zu blöd ist, zu lesen. Eine Geistesleistung, die ich mit den doch stattlichen Ministerbezügen reichlich überbezahlt finde.

Vielleicht will das Volk einfach nicht lesen. Das aber ist Freiheit – die jedes einzelnen! Die freie Entscheidung, etwas nicht einzusetzen, was für uns alle kostenlos war: schulische Bildung.

Diese Entscheidung des Nicht-Wollens ist eine eigenverantwortliche Lebens-Moment-Entscheidung (wie ein Kuss, der ist auch eine Moment-Entscheidung – welcher Minister könnte da was regeln… Gesundheit, Soziales, beide?!), und zwar von einem wahlberechtigten Mensch. Keinem hirnlosen Stimmvieh.

Finger weg von unserer Freiheit – sic.