Corona oder „Liebe Angst, wo hast Du die Freiheit versteckt?“

Bundesliga? Findet nicht statt.
Großveranstaltungen? Finden nicht statt.
Asiatische Freundin? Wird in Berlin „Hau ab Du Sau“ angebellt.
Händewaschen? Vor dem Essen und, seit ich 3 Jahre alt bin.
Den Uropa nicht im Altenheim und den Opa nicht im Krankenhause besuchen, wenn ich erkältet bin und das, seit ich 3 Jahre alt bin.
Der Untergang der freiheitlichen Grundordnung wird besungen, wenn einer die Wahlen gewinnt mit dem Versprechen, eine Mauer zu bauen – schon ein bisschen her.
Letztes Jahr gab es 25.000 Grippetote, wieviele Presseartikel darüber?

Disclaimer: Ich stelle nicht in Abrede, dass es das Corona Virus gibt. Ich stelle nicht in Abrede, dass das Corona Virus tödlich sein kann. Ich stelle nicht in Abrede, dass es hochinfektiös ist.

Ich stelle hingegen in Abrede, dass das, was mit dem Corona Virus an medialer und politischer Flut ausgelöst wird angemessen ist. „Corona oder „Liebe Angst, wo hast Du die Freiheit versteckt?““ weiterlesen

Achtung giftig – Der eigene Weg als pure Lehre ist kein Seminarinhalt sondern Rattenfängerei

Manchmal braucht es Zorn, um in Bewegung zu kommen. So ist es mir gerade gegangen. Seit einigen Tagen quälte mich die Frage, welchen ersten Post ich denn erstelle. Hier. Auf meinem von meinem lieben Freund Sebastian Peter Fischer gestalteten Blog.

Einfach machen ist manchmal leichter gesagt als getan. Denn einfach ist selten und aller Anfang ist nun mal: schwer. Das als unaufgeregtes Präludium zu meinem ersten Post hier auf followthebear.de.

Damit zum Thema. Diese Rattenfänger – es ist unerhört!

4 Männer, 4 Geschichten, 1 Wahnsinn

Ich hatte einen tollen Vierklang vor einigen Tagen.

Ton 1: Telefonat mit einem potentiellen Mandnaten. Thema: Familienrecht – Scheidung – Unterhalt – Sorge vor dem Rentenalter, wenn das Familienrecht in die eigene Altervorsorge reinsägt.

Ton 2: Telefonat mit einem Protegé. Inhalt: Die Schrei gegen sich selbst, zurück in den Hörsaal finden und stolz alles auf seinen Traum setzen, den Mut dafür auch ein Scheitern zu erleiden und Panikgefühle zu überwältigen.

Ton 3: Erste Session mit einem Coacheedanten – waaaaas? Einem Mann, der ein Zwischending zwischen Coaching und rechtlichem Backup braucht – Coachee + Mandant = Coacheedant. Fiel mir gerade ein. Ob das immer so heißen muss – mal sehen. Inhalt: Die Frau spielt (oder gar ist?) verrückt und die Sorge um die Tochter sticht in die eigene Trägheit – vielleicht doch mal zum Mannsbild erwachen. Dann kaufen wir sein „s“ und er wäre erwachsen.

Ton 4: Langes Gespräch mit einem Freund – einem 44 Jahre alten Jungen, der sich lächelnd als sein eigener Gast dabei zusieht, wie während der vielen Impulse in sein ängstlich veränderungsgepuffertes Ego sein intimster Lebenswunsch verglühlt, weil er diesen Wunsch mit jedem Jahr verhungern lässt. Nach 3 Stunden kommt er dann – unter Tränen und das ist? scheißegal! – in (s)eine Aggression. Darüber nimmt er die Decke von seiner großen Angst und – Spoileralarm – entdeckt seinen wahren Traum; der Erfolgstraum? Bitte weiterlesen.

Dieser Vierklang klingt irgendwie oll???

? Das Ja #1

Ja, das ist unspektakulär – wäre da nicht die Begegnung letzte Woche mit einem den Worten nach erfolgsträchtigen Unternehmer und Trainer, der sich brüstet wie er als Beleg Teilnehmer auf die Bühne holt. Der vollmundig für seine Trainings wirbt, dass er ohne ChiChi meditieren lässt und Werte vermittelt, reichere und bessere Menschen macht.

Denn einer der Klangkörper war ein Teilnehmer. Der ist weder auf dem Kurs ‹reich›, noch ‹wert›-voller. Er ging nur kurz auf einen Parabelflug der Motivation – «Frank, es war fantastisch. Ich hab´s. Ich muss ins Tun kommen.»

Keine 3 Wochen später dann bestand das Tun darin, dass er ernstlich überlegt, einen Job, der ihn in die Nähe seines gehypten Traums (nicht dem, den er unter Tränen sich selbst zugegeben hat!) bringt, anzutreten. Das ist auch Tun, zugegeben. Nur besteht dieses Tun in einem Unterlassen. Nämlich den A… llerwertesten in die Hose Größe „Erwachsen“ zu bekommen und den Mut aufzubringen, seine Angst a) zu finden, offen zu legen und dann b) zu beginnen, sie zu überwinden.

Annex: Next chance - Im Nachgang zu dem oben geschilderten sprichwörtlichen Durchbruch ist ein neuer Blick auf seine Wünsche und Träume entstanden. Er steht - aufgerüttelt durch den Irrtum zwischen gefühltem Traum und Erfolgstraum - jetzt an der Startlinie zu seinem wahren Lebenstraum. Es könnte aus dem alten Jungen und junger Alter werden. Ich wünsche es ihm.

? Das Ja #2

Ja, das ist unspektakulär – wäre da nicht die Aussage eines Mannes, dass er vor der Trennung noch eine Paartherapie gemacht hat und ihm schon einige gesagt haben, dass er irgendwie nicht seinen Mann steht. Dass er erlebt hat, dass Mediation nicht funktioniert hat und er zugleich der Exfrau erst mal zubilligt/anbietet, doch einen Mediator zu nehmen.

Der sich viel mit sich beschäftigt hat – vernehmlich – und durch Bücher und Feedbacks ein sehr genaues Bild hat. Der sich dann zu einem Ja entscheidet, mit Händedruck, Einschlagen und vor seinem Freun: Ich fang jetzt an, ich kämpfe mich durch.

Um dann, nach 2 Tagen, wieder vollmundig den Schwanz einzuziehen. Er ist ja schon sehr weit… Wer nicht will findet Erklärungen, wer will, findet Wege. Und wenn das Kind während dessen richtig schlimm etwas abbekommt, dann heult es sich leicht «Damit rechnet ja keiner» … und schon kann Mann weiter krabbeln.

Bricht sein auch sich selbst gegebenes Wort, entwertet das Engagement seines Freundes, seine Integrität – für was? Das weiß er exklusiv, hoffentlich.

? Das Ja#3

Ja, das ist unspektakulär, wäre da nicht diese Häufelung. Vier unterschiedliche Männer, vier unterschiedliche Situationen und eine Auffälligkeit.

Zwei der hier Beschriebenen haben Seminarerfahrung bzw. Erfahrungen mit modernen Formen moderierter zwischenmenschlicher Kommunikation – Therapie und Mediation.

Einer ist Student und hat den Seminarreigen noch nicht eröffnet.

Einer ist Führungskraft und erkennt, dass er nicht weiter kommt und entscheidet ganz pragmatisch: Ein Jurist muss her.

Höre nicht auf Menschen, die nicht da stehen, wo Du hin willst

…ob wir eine Ratte sind, ist unsere Entscheidung

Es gibt Rattenfänger und es gibt Ratten. Es gibt Kinder und es gibt Erwachsene. Es gibt Verkleidungen.

Wer sich verwählt, ist selbst für die falsche Verbindung verantwortlich

Würden Sie auf den mit viel Energie vorgeschlagenen und als alternativlos angebotenen Rat eines Beamten in der mittleren Verwaltungslaufbahn hören, «Mach Dich selbständig, das ist soooo erfüllend» (wahlweise: «Viel besser als beim Staat/da kannste reich werden wenn Du es richtig anstellst»), wenn Sie mitten in dem Dilemma stehen 「Kündigung und Aufbruch ins Ungewisse oder nicht」?

  • Ja? Bitte, bitte, bitte: Kündigen Sie nicht.
  • Sie fragen nach: „Warst Du schon mal selbständig?“ Antwort: „Nö, für mich ist das nichts.“ Und, hören Sie auf den Rat? E.h.r.l.i.c.h.?
  • Ja? Bitte, bitte, bitte: Kündigen Sie nicht und kaufen Sie sich viele Bücher über Märchen und lernen Sie daraus (z.B. Hans guck in die Luft, Rotkäppchen).
  • An irgendeiner Stelle ist Ihre Antwort Nein? Sie sind eher nicht der, für den diese Passage eine revolutionäre Botschaft enthält – vielleicht scannen Sie Ihr Umfeld mal, ob es etwas subtilere Verknüpfungen mit demselben Dilemma gibt.

Die Rattenfänger

Rattenfänger haben eine ehrenwerte Aufgabe: Sie fangen Ratten. Weil Ratten Krankheiten übertragen, sollen Ratten möglichst nicht nachts durch unsere Zimmer streifen und böse Erreger da lassen. Cooler Typ, der Rattenfänger.

Nun ist es wenig überraschend so, dass die Rattenfänger ein sehr einfaches Mittel haben: Sie arbeiten mit Dingen, die den Ratten schmecken – sie tarnen Gift durch Geschmack. Diese fiesen Drecksäcke, die aaaarmen aaaarmen Ratten. Ich finde diese Sympathieverteilung lachhaft.

Der als Rattenfänger verachtete tut das Nämliche. Er sagt Dinge, die wir gerne hören. Und unser Hirn schaltet ab, wir hören auf, wit selbst zu sein. Selig-dümmlich schmachten wir uns deren Botschaften und Verheissungen an.

Ist der Rattenmensch unmoralisch? Nein, finde ich. Er wäre ja blöd, wenn er nicht die Musik spielt, die so viele gerne hören. Die Playlist hat unter anderem folgende Titel:

Es ist ok, dass Du Dich nicht unterdrücken lässt § Komm einfach ins Tun, dann wirst Du reich/geil/glücklich. § Warum schwere Entscheidungen treffen, wenn es ganz einfach sein kann § Es kommt darauf an, wie Du Dich fühlst § Du hast das Recht, Deine Träume wichtig zu nehmen

Wir sind schnell dabei, demjenigen, der mit der Leichtfertigkeit und Bequemlichkeit, der Trägheit und infantilen Verweigerung der Eigenverantwortung der anderen Geld verdient, das Halsband 「Unmoralischstes Kapitalistenausnutzerschwein ever」 umzuhängen.

Wer dem DJ, der genau das spielt, was wir hören wollen statt eigenverantwortlich zu leben und sich den Allerwertesten aufzureissen, diesen Vorwurf macht, ist meiner Wahrnehmung nichts anderes als ein Feigling; warm eingewickelt in den Mantel der Moral, die immer dann her halten muss, wenn wir nicht den Arsch in der Hose haben, eine Position zu beziehen.

  • Weil Nachdenken so schwierig ist, buchen wir mal lieber ein Seminar.
  • Weil Disziplin so schwierig ist, schließ ich mich für 20 min an Stromkreisläufe an und behaupte, das ist Sport.
  • Weil ich ja schon erwarten darf, dass es alle Welt ehrlich und gut mit mir meint, hinterfrage ich erst gar mal? Nichts!

Die AfD zum Beispiel sind schlicht ein Haufen Feiglinge. Das Problem ist, dass alle auf die AfD draufschauen, anstatt dafür zu sorgen, dass die AfD-Wähler nicht mehr für Angstmache empfänglich sind.

Schauen wir genau hin: Menschen, die meinen, dass der Weg, der für sie passt, die Blaupause für alle ist, sind tendenziell Narzisten mit einer mehr und weniger ausgeprägten Hybris. Und die stellen sich hin, reden was von Werte-bezogenem Handeln. Tarnen das ganze mit ein paar etablierten Techniken (Meditation, Hypnotherapie, NLP et cetera) und schreiben drüber «Werde reich» oder – noch mehr Hybris included «Werde reich durch mich». Und keiner denkt nach, dass Geld zu Vermögen, nicht Reichtum führt.

«Sei glücklich» – genau! Weil es so einfach ist, buchen wir erst mal das Seminar.

Ach, wie lecker!

Nein, ich finde es nicht gut, wenn solche Seminare Erfolg haben. Jedoch ist das Problem nicht die Rattenfänger-Fähigkeit. Das Problem ist der Zuhörer, der Seminarteilnehmer. Es macht mich unruhig, dass es eine so große Zahl Feiglinge gibt (schauen Sie sich die Umsätze an) – in meiner ganz persönlichen Zählart eine Schar nahe an der Grenze zur Plage.

Wir entscheiden, ob wir die Ratte sind

Rattenfänger können nur Erfolg haben, wenn es Ratten gibt. Noch direkter: Rattenfänger haben Erfolg, weil es Ratten gibt! Kein Mensch legt Rattengift aus, wo zwar keine Ratte, dafür aber vielleicht der liebe Dackel der Nachbarin stirbt, das Kind im Sandkasten schwerst vergiftet wird (jaja, in den Fernsehserien und auch im wirklichen Leben gibt es gestörte und Idioten – wir wollen wir hier beim Kern bleiben, ok?).

Und weil mit den Fallen immer nur ein bis zwei gefangen werden, ist es doch viel schlauer, dass wir einen rufen, der die Viecher mit ihrem nackten Schwanz hypnotisiert und motiviert, mit ihm zum Fluss zu gehen und fortzutreiben. Ob die Ratten ein anderes Dorf befallen, die AfD statt in Bayern in Sachsen wächst? Egal. Bei uns sind se weg. Ob die Absaufen? Das muss und darf dem Rattenfänger egal sein. Sein Job ist es: Ratten anlocken. Dafür wird er bezahlt.

Wer von den Ratten selbst bezahlt wird, der hat: Meinen Respekt. So überzeugend, dass Dir Menschen freiwillig in den Untergang oder den Schmerz der nicht eingelösten Versprechen folgen, ohne Waffengewalt – wow!

Jammern wir bitte nicht über die Rattenfänger, wenn wir ihnen freiwillig Geld bezahlen. Dafür, dass der Teilnehmer, der sie bucht, sich willfährig einreden lässt, dass auch er, wenn er es genau so wie der Trainer macht, er zu unermesslichen Reichtümern, spirituellen Höhen und post-orgastischen Glücksgefühlen kommen wird. Obwohl schon eine einzige Frage dieses hemmungslose Anbiedern als Feigheit vor Mühe, Fleiss, Veränderung, Zukunft und damit: meinem eigenen, beschaulichen Scheitern im Menschsein outen würde: Sind Sie der Trainer?

Das Schlimme daran: Es gibt hervorragende Seminare, außergewöhnliche Trainer. Ich wünschte mir, dass die mehr Zulauf finden. Die Rattenfänger sind nicht deren Konkurrenz. Die Rattenfänger erwähnen die Wagemutigen nicht mal – Ignoranz als Wettbewerbsvorteil. Diese Wagemutigen sind da und wissen, wenn ich von Feiglingen überrannt werde, dann wars das. Trotzdem stehen sie da, am Rand des Marktplatz und halten die Werbetafel hoch 『Schwimmen lernen statt kollektivem Untergang.』 Noch wenige Plätze frei.

Wagen wir doch mal eine schonungslose Veranstaltung!

…Wunsch-Intermezzo Ende.

Damit weiter.

  • Kein Mensch würde nach 2 Stunden Manni Kaltz-Bananenflanken-Videos oder Lewandoski-Torschuss-Compilations auf die Idee kommen, dass er es jetzt auch kann.
  • Jedem von uns ist – auch wenn wir es lautstark wegdiskutieren und hinter Fairtrade und BlindInOrdnung (in short: BIO) verstecken klar, dass eine Mayonaise mit Stabilisatoren und Homoirgendwas, Farbstoff und Klump nicht so hochwertig ist, wie selbst gemachte. Die selbstgemachte, die Sie selbst mit der Hand schlagen, die wird so herrlich cremig, geschmeidig. Das schmeckt das Ei noch durch. Aber: vorher schmerzt Ihr Ellbogen oder die Hand, je nachdem, wie sehr sie den Schneebesen schlagen. Und ja, das ist mit Ihrer Lebenszeit eingerechnet teurer als 0,87 € bei A+i, L+l & Co. Skaleneffekt + Geiz = ungesund.
  • Es ist ja so schwierig, Nein zu sagen zu meiner Tante Vollmilchschokolaaaaaaade. Sie gibt mir immer diesen liebevollen Kick, lässt mich lächeln.
  • Klar, wir fahren jeden Tag mit dem geleasten ??? Modell 3l Einspritzer blablubb im Grenzbereich der globalisierten Ingenieurskunst. Da braucht es schon Öl für die Maschine für 30 EUR den Liter. So ein Karren, für 15.000 EUR gebrauchtgekauft hab, ist ja viel mehr wert als ich.
  • Was nahe liegt. Die Katholiken bewerten schließlich ein verpfuschtes Kinderleben mit 5.000 EUR. Das ist die durchschnittliche Summe, die bis zu 35 Jahre nach einem seelischen Totalschaden durch einen PäPriSa (PädophilenPriesterSack) und erniedrigende Verwaltungsspasmen ausbezahlt wird. Klar, da ist der Gebrachte glatte drei mal mehr wert wie ich.
  • Laufsachen anziehen? bei Bewölkung? 18 Grad? Was das Mühe macht – für 80 EUR 20 Minuten Strom und Rütteln – das ist so effektiv – oder wars effizient – oder einfach? Verdammt, ich weiß es nicht mehr, was in der Werbebroschüre stand.

Alles in uns weiß, dass wir uns jeden Tag selbst verarschen – excuse my french. Aber weil es ja alle machen, ist es nicht so schlimm, wenn ich mitmache. Fällt ja keinem auf so – und dass es mir immer schlechter geht, ich immer unzufriedener werde. Hachgott – dieser Burnout, der ist ja fast unvermeidlich.

Leute, ich finde es zum Kotzen. Diese Zelebrieren von Selbstmitleid und Ausweglosigkeit, eingewickelt in den Satz «So bin ich, da kann man nichts machen.» Oder die Alternativverpackung aus dem Business-Account der Ausreden: «Ich hab halt keine Zeit.» Klingt toll, ist keine Erklärung, ist eine Entscheidung und als Feigenblatt ein feiges Blatt. Regalboden 4: Ausreden für Lahmärsche.

Wir werden nicht als Feiglinge geboren – wir machen uns dazu, im wahlberechtigten Alter

Wer aufmerksam mitgelesen hat – so wie Sie – hat bemerkt, dass bislang nur 2 von 4 Klangkörpern (Gesprächspartnern) ihr Fett abbekommen haben für ihr feiges Tun. Feig handelt der, der aus Angst vor Schmerz, Verletzung, Tod oder Verlust einer Aufgabe nicht stellt. So nachzulesen bei Wikipedia. Eine sehr treffliche Zusammenfassung.

Jeder von uns hat sicherlich immer wieder Vorstellungen vom Verlauf seines Lebenswegs, die verglichen mit der tatsächlichen Nachvermessung gelinde gesagt nicht übereinstimmen. Manchmal sind es auch unvorhersehbare Situationen. Da sollten wir entscheiden. Statt dessen machen wir uns ins Höschen und tun? Erst mal nichts. Und dann fragen uns Bekannte, das Spiegelbild oder unsere Kinder und wir? Wir legen gerne mal die DVD rein:

The very best of Ausreden

Ein Auszug: Weißt Du, das mit der Aggression ist doch nichts für mich § Ach es hat sich grade nicht gut angefühlt zu kündigen § Weißt Du, sie ist grad unzufrieden, das legt sich, dann geht sie auch nicht mehr fremd § Ach Vater sein ist einfach, Du musst es nur gut meinen § Ich spür da noch hin

Tatsächlich war da jemand einfach zu feige

  • seinem Partner oder Expartner mal gepflegt die Meinung zu geigen und eine Grenze zu ziehen
  • im viertentwickelsten Land der Welt nach 3 Jahren Ausbeutung zu kündigen statt sich erniedrigen zu lassen
  • einen Wettkampf anzunehmen

und so weiter

Und dann gibt es da noch das Gegenmodell:

Der junge Kerl schmeisst all seine argumentative Kraft in den Ring. Ganz offen sagt er auf die Frage «Wie wär dieses Szeanario?», wenn wir einige Szenarien diskutieren, «Panik. Das wär dann.» 5 Minuten später dafür aber auch: «Das könnte klappen.»

Zwei Tage später wagt er (Wagen=das Gegenteil von feige herumlabern) noch eine Idee zur Diskussion zu stellen. Was hat er per heute erreicht? Er hat nicht einen Weg, den irgendwelche Rattenfänger («Zur Zeit? Informatik!», «Weißt Du, man muss es sich nicht schwer machen», «Zahlen Sie uns, dann bestehen Sie und bekommen ein Hochglanzdiplom») für alle Ratten ausgeben, mit gesenktem Haupt und nacktem Schwanz angetreten. Diesen Weg, auf dem es Abfälle zu Essen gibt und das Unglück zwar groß aber unter so vielen Rattenfüssen verborgen bleibt. Auf dem nie jemand hört, ob es die eigenen Füße sind, die grade in dem Schlamm schmatzen und grundeln.

Und er hat dann, und davon bin ich zutiefst beeindruckt, etwas gemacht, was ich seit bestimmt 10 Jahren nicht mehr erlebt habe: Er hat mich konfrontiert damit, dass ich es auch nicht wissen kann.

Meine Antwort darauf, dass ich aus Erfahrung und Beobachtung eine feste Meinung habe, nicht in die Zukunft schauen kann und das auch nicht behaupte, hat er benutzt, um zu entschieden, ob er meine Meinung berücksichtigt. Das ist mutig. Ich könnte beleidigt sein, die Bemühungen der letzen 5 Tage könnten ent-täuscht werden und er wieder am Anfang stehen mit all seinen Gedanken. Dieser Mut, nicht die Soße von Gutgemeint drauf zu kippen, sondern hinzugehen «Wie kommst Du dazu» – das ist großes Kino.

Am Ende konnte er – erschöpft und bewegt, stolz und aufgewühlt – mit Recht sagen, «Wow, das ist es.»

Dass er diesen Weg mit allem, was möglich ist geht, leuchtet ein? Nein? Oder leuchtet es zwar ein, aber Sie wollen es nicht hören? Weil Ehrlichkeit auch ganz grausam schmerzhaft sein kann? Weil der Preis der Erkenntnis der Schmerz der Enttäuschung ist?

Auch der für diesen Artikel verbleibende Klangkörper 1 zeigt, dass die Haltung des Feiglings eine selbstgewählte ist. Zwar belastet ihn die Situation hörbar. Jedoch hat er sich umgehört, wer ihn wohl unterstützen kann. Und aktuell ist er auf dem Weg, Informationen zu sammeln, Meinungen und diese dann einzuwerten und eine Entscheidung zu treffen.

Was daran besonders ist? Na er hat den Mumm, seine Entscheidungen zu e.r.t.r.a.g.e.n.

Der Feigling? Der erwartet. Der will, dass der andere versteht. Der beklagt, dass ihn der Kunde nicht versteht. Was interessiert den anderen, was ich richtig finde? Genau: einen feuchten Dreck.

Der erwachsene Mensch jeden Geschlechts sollte in der Lage sein auszuhalten, dass etwas nicht (mehr) klappt und dann die Konsequenzen zu tragen und wenn sie nicht mehr erträglich sind, eine Grenze zu ziehen. Wofür? Dafür, dass im Falle der Grenzverletzung diese Grenze verteidigt, behauptet wird. Der Erwachsene fragt nach Alternativen und entscheidet sich für eine. Oder er will eine Lösung und die probiert er aus oder eben nicht. Nur: was danach passiert ist nie «gemein», «so unfair» (wie es dem Vernehmen nach ein amerikanischer Spitzenpolitiker oft empfindet – hör ich da ein leises Papiiiii?) oder «völlig überraschend».

Es gibt also viele Schattierungen, Grautöne, Farbstufen – Attribut al gusto. Auf beiden Seiten. Einerseits, um sich zu verkleiden und eine Ratte zu werden und zu bleiben. Oder andererseits, um sich zu verkleiden, um während der Rattenwanderung von diesen unbehelligt zu bleiben und so, anstatt in dem Fluss ums Ersaufen zu kämpfen, in einem netten Cafe anzukommen, einen Aperol Spritz zu trinken und sich zu überlegen, was ich wohl tun könnte, um das Beste aus meiner Idee rauszuholen.

Ja, ich schüttle auch den Kopf darüber, wie es möglich ist, dass jemand das einfachst mögliche Konzept zum Erfolg führen kann. Sich schilcht kackfrech hinstellen und sagen: «Mein Weg ist auch für Euch alle – ich lizensiere ihn. Für 3 bis 10 Tage. Dann ist der Erfolg ganz leicht.» Oder: «Wenige schaffen, was ich schaffe. Frag mich und wenn Du bezahlt hast, erzähl ich Dir gerne eine Geschichte.»

Es gab eine tolle Liedzeile der – lang ist´s her – Ersten Allgemeinen Verunsicherung «Gib mir Deine Sesterzen, dann scheint Sonne in Dein Herzen» – und wenn es dann nur 2 Tage scheint: «Da siehste mal wie unterentwickelt Du bist, ich hab da ne Mitgliedschaft und nen Newsletter.» Oder so…

Nochmal: Die Rattenfänger gibt es nur, weil es Ratten gibt. Die Seminare heißen natürlich nicht «Wie sterbe ich als Ratte?». Das will ja keiner hören. Sondern sie richten sich an alle, die glauben wollen, «Erfolg/Reichtum/Glück/Guter Sex/Weltmeister ist ganz einfach.». Das klingt so lecker.

Liebe Feiglinge, geniesst Euer Rattenleben, solange ihr noch könnt, bis Euch das Wasser des Alltags an der Nase steht. Mögt ihr alle lange durchhalten. Dann ist im Cafe mehr Platz und der Preis für den Aperol Spritz steigt nicht.

Nur bitte: Schimpfen Sie mir nicht mit den Rattenfängern – die sind nicht für Ihre Feigheit oder die Ihres Kollegen, Partners, Kindes oder sonst wem verantwortlich. Die Feigheit anderer nutzen ist weder nicht sittenwidrig noch verstößt es gegen Treu und Glauben.

Sie könnten natürlich auch mal am Cafe vorbeihuscheln. Mal Zuhören – wie diese unauffällige dritte Gruppe der Wagemutigen so spricht und lebt. Sie müssen ja nicht gleich mitmachen. Sie stören uns auch nicht. Es stellt sich schnell raus, wer dazu passt. Beim Drink, beim Spass, in Freiheit.

Und Sie haben gedacht, ich schimpfe auf die Rattenfänger?