Mojito oder Mehlschwitze – Reiseerinnerungen inmitten Corona

Ich verdiene mein Geld nicht mit Schreiben. Dennoch schreibe ich gern. Reiseeindrücke einer für mich außergewöhnlichen Reise – vergessen, nein eher beiseite gelegt. Und jetzt, mitten in Corona, kommen diese Erinnerungen und Nachdenklichkeiten wieder hoch.

Als ich heute Morgen diesen Reiseessay von mir lese, fühlt sich an, wie in einer anderen Zeit. Heute sitzen Segler in der Karibik fest, wir könnten gerade keinen Last-Minute-Trip dorthin unternehmen. Für mich war das Lesen heute Ansporn und Gewissheit, dass das in meiner gewählten Zukunft möglich sein wird. Die freudvollen Nachdenklichkeiten sind geblieben, und vielleicht sind sie inmitten all der Szenarien eine schöne Ablenkung.

Mojito oder Mehlschwitze

Zu sechst sind wir auf Kuba. Havanna, Vinales, Cienfuegos. Ab Havanna sind wir selbst gefahren – zwei Mietwägen, viel Gepäck, noch mehr gute Laune. Schlaglöcher. Ochsen die Schlitten ohne Räder ziehen, Kubaner auf Rennrädern oder alten Rosteseln. Kubaner auf Pferden. Alles auch gerne auf der Autobahn. „Mojito oder Mehlschwitze – Reiseerinnerungen inmitten Corona“ weiterlesen

Corona – eine skeptische rechtliche Zwischenbetrachtung mit Ausblick

Das Foto entstand am 16.03.2020 an den Landungsbrücken in Hamburg. Seit dem und immer noch hat Corona uns alle fest im Griff. Das Ringen um die Eindämmung, den Schutz des Gesundheitssystems ist omnipräsent – medial und im Alltag. Ein Superlativ jagt den nächsten Vergleich. Eine Maßnahme folgt auf die nächste – oder war es doch noch die vorherige?

Zwischenzeit: Die derzeit gültigen Sicherheitsmaßnahmen sind infektiologisch sicherlich wirksam.

Nur: Gäbe es wirksamere?
Warum haben die Appelle der Regierungen nicht ausgereicht?
Wieso lassen wir uns willkürliche Unterscheidungen gefallen?
Ist es der Gipfel der Zivilcourage, zu erdulden was „Die da oben schon wissen werden“, wenn in einer Verfügung auf Straftatbestände hingewiesen wird?

Ist die Frage und Diskussion hierüber erlaubt? Ich finde, sie ist schon jetzt geboten.

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Corona oder „Liebe Angst, wo hast Du die Freiheit versteckt?“

Bundesliga? Findet nicht statt.
Großveranstaltungen? Finden nicht statt.
Asiatische Freundin? Wird in Berlin „Hau ab Du Sau“ angebellt.
Händewaschen? Vor dem Essen und, seit ich 3 Jahre alt bin.
Den Uropa nicht im Altenheim und den Opa nicht im Krankenhause besuchen, wenn ich erkältet bin und das, seit ich 3 Jahre alt bin.
Der Untergang der freiheitlichen Grundordnung wird besungen, wenn einer die Wahlen gewinnt mit dem Versprechen, eine Mauer zu bauen – schon ein bisschen her.
Letztes Jahr gab es 25.000 Grippetote, wieviele Presseartikel darüber?

Disclaimer: Ich stelle nicht in Abrede, dass es das Corona Virus gibt. Ich stelle nicht in Abrede, dass das Corona Virus tödlich sein kann. Ich stelle nicht in Abrede, dass es hochinfektiös ist.

Ich stelle hingegen in Abrede, dass das, was mit dem Corona Virus an medialer und politischer Flut ausgelöst wird angemessen ist. „Corona oder „Liebe Angst, wo hast Du die Freiheit versteckt?““ weiterlesen

Konflikte Lösen durch Haltung

Eine schöne Nachschau nach einem weiteren erfolgreichen Konfliktmandat. Ein guter Anlass, Spurenlese zu betreiben.

Einmal mehr war die, nein mit Verlaub meine Haltung «Wahrheit wagen – Freiheit aushalten – Werte leben» der Schlüssel.

Dem Mandanten reinen Wein einzuschenken ist ein Risiko – denn viele schmieren ihm lieber Honig ums Maul und versprechen was einem 9er im Lotto gleichkommt (ja, bei der ARD sind es nur 6, ich weiß…). So kann es sein dass er geht – das ist dann auch Freiheit aushalten.

Den Mandanten dazu zu bringen, die Wahrheit zu wagen: der schwierige Teil. Denn er hat ja Angst. Angst, dass die Wahrheit alles schlimm macht. Wenn alle wissen…

Der Clou: Nur wer Recht erklären kann (und danke an die Kollegen, die sich wie ich der Mühe dieses wichtigen Teils anwaltlicher Tätigkeit unterziehen), kann Vertrauen in das System stiften. Gut, ein wenig Dickköpfigkeit und Durchsetzungsvermögen braucht es auch. „Konflikte Lösen durch Haltung“ weiterlesen

Lenkung? Bevormundung! Politische Flatulenzen… mir stinkts

Freiheit heißt Eigenverantwortung. Wer Eigenverantwortung verneint, will Unfreiheit. So wie die große Koalition, mal wieder. Und die, die eigenverantwortlich leben wollen, die merken es meinem Eindruck nach schon nicht mehr – das macht mir noch nicht, aber schon fast Angst.

Spiegel online berichtet über den heroischen Kampf der Koalition gegen Kostenfallen – unter anderem die 2-Jahres-Verträge sollen verboten werden. Diese fiesen Kostenfallen, die uns alle so auszehren, pleite machen, unser Land bedrohen – das Ebola der Dauerschuldverhältnisse.

Ich frage mich bei solchen Gelegenheiten immer: Wer schützt uns vor denen, die uns ihren Schutz aufzwingen. Schutzgelderpressung ist eine Straftat. Misshandlung von Schutzbefohlenen auch. Degradierung zu willenlosem Stimmvieh wegen politisch vermuteter Unfähigkeit zu lesen, vulgo Hirnlosigkeit…

Sehr geehrte Frau Barley, Finger weg von unserem Willen – unsere freie Willensentschließung gehört uns – Art. 1, 2 Grundgesetz. Respektieren Sie wenigstens das Grundgesetz, wenn Sie schon Ihre Wähler verachten.

Ich weiß nicht, wie es Euch geht. Mir geht Verbraucherschutz zu weit. Er geht mir ab dem Moment, ab dem der Verbraucher als entmündigungswürdiger Volldepp stilisiert wird. Weder mag ich entmündigt werden, noch sind wir Vollidioten.

Verbraucher sind nicht nur legaldefiniert (§ 13 BGB). Sie sind auch quantifizierbar: Menge der älter als 18jährigen in Deutschland abzüglich unter amtlicher (Teil)Vormundschaft stehender Person. Dazu rechnen wir natürlich auch diejenige jugendliche Teilhabe an unserer sozialen Marktwirtschaft mittels Rechtsgeschäft, die unter den sog. Taschengeldparagraf, ein gerichtlich genehmigtes Unternehmerhandeln oder Ausbildungsvertrag fällt (§§ 110, 112, 113 BGB). Und schließlich sollen auch alle volljährigen Geschäftsunfähigen (Demenzkranke, Verwirrte und ähnliche Gruppen) umfasst bleiben, die einen Vertrag des täglichen Lebens mit geringem Wert abschließen, dessen Leistungsaustausch sofort bewirkt ist, § 105a BGB.

Ergebnis: das sind viele Menschen – quasi das, wovon der geneigte Berufspolitiker nicht mehr feuchte, sondern nasse Träume bekommt: die überwältigende Mehrheit.

Wir, die überwältigende Mehrheit, so der fürsorgliche Subkontext des politischen Ansinnens, sind so blöd, dass wir uns vor Dankbarkeit in den Dreck und bei nächst bester Gelegenheit in den Wahlzettel werfen sollen.

Denn: Keiner von uns kann lesen. Also Zeichen erkennen und ihren Sinn verstehen. Deswegen muss uns die Koalition vor 2 Jahresverträgen schützen.

Problem 1: Wenn wir nicht lesen können, können wir auch die Pressemeldung nicht verstehen…

Problem 2: Können wir uns vorstellen, was es heißt, 2 Jahre lang jeden Monat einen Beitrag leisten zu müssen? Hinweis zum Problem: Es ist die selbe Hirnleistung, ein Stoffwechselvorgang, die dafür sorgt, dass in der Hoffnung der geneigten Frau Ministerin wir sie jetzt alle toll finden.

Klar: Demokratie ist Mehrheitsgeschäft.

Klar: Politik ist Interessenvertretung.

Klar: Politiker wollen gewählt werden.

Wir sind ein freies Land – Klar?

Frage: Wie viele Gesetze braucht es noch, bis der Letzte bemerkt hat, dass wir alle freiheitsbezogenen Elemente aus unserer Gesellschaftsordnung (Gesetzeslage) entfernt haben, so dass wir faktisch in einer staatlichen Benimmanstalt leben?

Frage: Was soll die unterschwellige Dämonisierung von ganzen Branchen?

These: Jeder will seinen Arbeitsplatz behalten. Kühne These, ich weiß – wollte mal einen rauslassen.

Betrachtung:

Ich finde die Frau Ministerin anmaßend. Sie erklärt ihre Mitbürger zu Idioten. Leider finden das viele von uns toll. Ob sie merken, dass sie zu diesen Idioten gezählt werden?

Die böseböseböse Telekommunikationsindustrie will unser bestes: unser Geld. (Wie der Finanzminister übrigens auch und der Arbeits- und Sozialminister).

Wir wollen 5G und Flattarife und wasweisdertechnikgottnochalles für Features. Am liebsten umsonst, so wie Google (das war ein Witz!).

Das Unternehmen soll tolle Löhne zahlen, Kitas für die Mitarbeiter bauen und faire Werbung machen, gendergerecht sein und vegane Kantinenbereiche einrichten. Frau Ministerin, sie sind sicher bei mir, denn alle Arbeitnehmer sind in ihrer Freizeit ja Verbraucher.

Blöd ist jetzt folgendes: Wenn ein Unternehmen seine Kalkulationssicherheit verliert, weil jeder Kunde grad machen darf, was er will, dann wird es aus kaufmännischer Vorsicht, damit es in schlechten Zeiten zum Beispiel Löhne zahlen kann (womit dann wir vollpralldämlichen Verbraucher konsumieren und Mehrwertsteuer auslösen sollendürfen), wenig investieren, kühne Projekte wagen, Personal einstellen.

Auch Blödsinn hat Konsequenzen. Politiker haben ein recht einfaches, sehr abwählwürdiges Beuteschema: Unternehmen. Die sind böse und natürlich (also von Natur aus) unmoralisch. Die wollen Steuern sparen, teure Medikamente verkaufen, die Bürger finanziell ausweiden… es ist zum Gruseln.

Ich bin lange genug im Geschäft um zu wissen: es gibt solche – aber alle? Sind wir alle, außer Politkern natürlich, Schweine, Narzissten, Egomanen? Hmmmm…

Nun, ein lieber Freund und Lehrer hat mir mal gesagt: Beute wehrt sich immer.

Wird an Kalkulationsgrundlagen gesägt, ja herumgesprengt, dann muss sich der Betroffene was einfallen lassen. Er wird andere Gestaltungen finden. Die dann den Betroffenen vielleicht weniger gut gefallen. Höhere Preise etwa, geringere Kulanz, was auch immer. Ein Kassenarzt kann ca 8 Minuten pro Patient aufwenden – oder mit einem hippokratischen Lächeln Insolvenz anmelden (und der Ausbildungsplatz ist weg, Insolvenzgeld zahlen wir alle – das ist die wirtschaftliche Realität).

Und das nur, weil jemand sich sicher war, dass das Volk aus Verbrauchern zu blöd ist, zu lesen. Eine Geistesleistung, die ich mit den doch stattlichen Ministerbezügen reichlich überbezahlt finde.

Vielleicht will das Volk einfach nicht lesen. Das aber ist Freiheit – die jedes einzelnen! Die freie Entscheidung, etwas nicht einzusetzen, was für uns alle kostenlos war: schulische Bildung.

Diese Entscheidung des Nicht-Wollens ist eine eigenverantwortliche Lebens-Moment-Entscheidung (wie ein Kuss, der ist auch eine Moment-Entscheidung – welcher Minister könnte da was regeln… Gesundheit, Soziales, beide?!), und zwar von einem wahlberechtigten Mensch. Keinem hirnlosen Stimmvieh.

Finger weg von unserer Freiheit – sic.

Das Unentschieden muss ins Grundgesetz – jetzt!

Oder grantiger: Stimmungsmache auf Kosten von in Not gekommenen Menschen ist armselig

Germania ist insolvent. Die Geschäftsleitung hat dementsprechend Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Löhne wurde nicht bezahlt.

Das alles ist? Ein in Deutschland nicht wirklich einmaliger Vorgang.

Jedoch öffentlichkeitswirksam. Denn die Germania fliegt Mensch, Fracht und wohl auch mal Tier von A über B nach C oder auch mal direkt.

Für alle Beteiligten ist das höchst bedauerlich. Für viele Betroffenen wird das existenzielle Sorgen bedeuten. Der ein und die andere mag Angst bekommen und sehr schlecht Schlafen.

Im Jahre 2017 gab es in Deutschland 20.093 Unternehmensinsolvenzen. Nehmen wir im Schnitt 5 Mitarbeiter und eine statistisch 3,5 köpfige Familie, dann betrifft das über 300.000 Menschen. Schreibt der Spiegel über die? Nein. Fordert irgendwer für Bert Pinsel oder Lisa Kreuz und ihre Mitarbeiter staatliche Subventionen, prangert staatliches Versagen im Mikromanagement von Malerei- oder Putzgewerbe an? Nein.

Ich arbeite seit 1998 im Bereich Pleiten, Pech und Pannen.

Es macht mich wütend, wenn ich so wie heute morgen – mit Verlaub – einen derartigen Blödsinn wie die Meinung, den Kommentar, von Frau Deckstein auf Spiegel online lesen muss. Sie hat jedes Recht auf ihre Meinung. Ich habe jedes Recht, ihre Meinung als Blödsinn zu betiteln. Meinungsfreiheit ist bidirektional.

Dabei ärgert mich dieser Kommentar deswegen besonders, weil hier nicht eine junger Journalist erste Spuren zieht. Nein, eine erfahrene Journalistin, die sich der Verantwortung und Macht des Wortes ihrer Beiträge sicher bewusst ist – was ich als Kompliment meine. Umso weniger verstehe ich das Platitüdengezirpe in diesem Fall.

Der nächste Artikel wartete indes nicht lange, mir meinen Morgenkaffee zu verderben – einige Etagen tiefer, auch Spiegel Online: Regionalflughäfen haben Existenzangst. Nach Expertenmeinung müsse der Staat einspringen. Denn viele Regionalflughäfen hätten sich von Germania abhängig gemacht.

Das ist alles sehr bemerkenswert. Wir erinnern uns:

Quelle hat von Bayern 50.000.000 EUR Bürgschaft bekommen. Von Ihrem und meinem Steuergeld. Was hat´s gebracht? Sympathie der Belegschaft – 100%. Firmenrettung? 0% Das war Verschwendung von Steuergeldern, aber getragen vom Grundgefühl Mitleid, das oft mit wirtschaftlicher Inkompetenz daherkommt. Wieviele Kindergärten für 50.000.000 EUR gebaut werden könnten, wie viele Existenzgründer oder Mittelständler auf Wachstumskurs hätten befördert werden können…

Bei Airberlin hat der Staat einen dreistelligen Millionenbetrag wohin gesetzt? In den Sand. Aber jeder regt sich über die Rentenzahlung an Vorstandsvorsitzende auf – deren Firmen noch nicht über die Wupper des kaufmännischen Versagens gegangen sind.

Kein wegen Insolvenzverschleppung angeklagter Handwerker, der bei einem Arbeitsvolumen von 20.000 EUR einen kleinen optischen Mangel am Gral des Deutschen Wohlstands, dem Reihenhaus, verursacht hat und deswegen bis zur Beseitigung dieses Mangels im Gegenwert von 500 EUR die Schlusszahlung von 5.000 EUR nicht erhalten hat (zu Unrecht!) und deswegen insolvent, vulgo pleite, ging, bekommt Strafmilderung. Keiner. „Hätten Sie damit rechnen müssen“ – Wahrsager heißen die, die in die Zukunft sehen können, die streichen keine Wände. Wer fordert ein Vorgehen gegen die Bauherren, die unrechtmäßig handeln? Keiner klagt die an wegen Kreditschädigung oder sonst wie.

Nach 9/11 ging die Reisebranche durch eine böige Zeit. Im Kielwasser der Terroranschläge viele kleine Firmen pleite – ich selbst hatte damals binnen 8 Monaten sieben entsprechende Mandate. Hat der Staat eingegriffen? Nö. Und womit? Mit Recht!

Zurück.

Ach ja, nochwas: Fliegen ist kein Menschenrecht!

Jetzt aber wirklich zurück:

Regionalflughäfen machen sich von Germania abhängig? Tscha. Dumm. Nichts anderes. Dumm. Schon 1987 wusste ich nach meinem mit bescheidenem Erfolg absolvierten Wirtschaft und Recht Leistungskurs, dass es kaufmännisch dämlich ist, mit einem Kunden mehr als 25% des Gesamtumsatzes zu machen – Diversifikation hilft. Seit wann bedeutet Gemeinwesen (Staat), dass das Gemeinwesen Dummheiten umgeschehen machen muss? Ich persönlich finde, dass das Insolvenzausfallgeld von 3 Monaten ein enormer und richtiger Beitrag ist. Darüber hinaus? Finger weg.

Wer Fehler macht, steht dafür gerade. Wer bei dem falschen Chef arbeitet und es nicht erkannt hat? Wer stolpert und sich das Fußgelenk bricht? Das nennt die Juristerei so schön: Allgemeines Lebensrisko. Wer unter einem Idioten arbeitet und es erkennt? Wer sich mit einem Rindvieh verheiratet, sich nicht mehr trennt und lieber unglücklich lebt? Das nennt sich Freiheit.

Eine deutsche Fluglinie geht pleite – das riecht streng nach Staatsversagen. Klingt toll. Übersieht nur eines:

Wir leben eine Marktwirtschaft = Markt+Wirtschaft.

Nein, nicht das Hotel zur Post am Dorfplatz, auf dem am Sonntag Markt ist. Markt = Wettbewerb, also Buhlen um die Gunst der Kunden, damit die was kaufen und bezahlen und wenn das Unternehmen alles bezahlt hat, dann freut sich? Der Eigentümer. Und wie immer im Wettbewerb: Es gibt Gewinner, es gibt Verlierer. Wenn einer eine Aktie mit 100 EUR Gewinn realisiert, verliert ein anderer. Wenn ich den Kunden bekomme, bekommt ihn ein anderer nicht. Was hat das mit Politik zu tun? Genau. Nichts.

Vegane Trends führen zu einer Bedrohung von Schlachthöfen – Frau Deckstein, Ihr Auftritt und die lieben Experten bitte gleich noch als Background-Chor: Öffentliche Hand, helfe.

Das ist Quatsch. Veränderung ist menschlich. Veränderungssteuer vielleicht? Mir läuft es heiß und kalt den Rücken runter.

Der Verbraucher muss abgesichert werden? Ja wovor denn? Staatlicher Garantiefonds für erfüllte Verträge – echt jetzt?!

Die Politik hat versagt? Wo denn? Egal – Ergänzung des GmbH-Gesetzes: Geschäftsführer dürfen keine Fehler machen, wenn Verbraucher betroffen sein könnten. Jo bro, das hilft.

Nein, das einzige was hilft ist eine Grundgesetzänderung: Sieg und Niederlage werden abgeschafft – Unentschieden wird ein Menschenrecht. Das wärs doch. Wer viele Aufträge bekommt, muss an die, die zu wenig Aufträge haben, abgeben. Und FC Bayern oder Borussia Dortmund? Unentschieden, im Rang des Grundgesetzes. Nie mehr Deutscher Meister – 18 Sieger, keine Relegation – wie schön für unsere Nerven.

Ja, Eigenverantwortung ist bisweilen sehr unangenehm. Die Ungewissheit der Zukunft manches mal schwer auszuhalten. Ich nehme einen Trend wahr, dass alles immer schwerer und schwermütiger wird.

Meine Meinung ist, dass dieser Trend tragischer Weise dadurch befeuert wird, dass zu viele Märchenerzähler und Moralpostulenten einen idealisierten Schwachsinn (Schwachsinn: etwas von schwachem Sinn – das ist auf die Aussage, nicht den Menschen und seinen Wert bezogen!) schreiben und das – gekonnt – so daher kommen lassen, als wäre es ein Recht, was da bestünde.

Tatsache ist: Nix is fix.

Jemand arbeitet beim Möbelhändler X – ob der bis zur Rente existiert? Wer weiß. Ich studiere und will einen Job? Glück auf. Ich lebe gesund und moralisch einwandfrei und jetzt hab ich eine lebensbedrohliche Krankheit? Shit happens. Keiner der möglichen Kandidaten ist besser oder schlechter – jeder ist auf seine Art eine coole Socke, ein Feigling, ein toller Mensch, Elternteil und wer auch immer.

Artikel wie der Kommentar zur Germania machen es sich noch nicht einmal leicht. Die machen es sich einfach. Blöken wir nach dem Staat. Klingt immer gut. Muss auch nicht viel dafür getan werden. Einfach schreiben. Wirkt schon.

Anstatt die böse Konkurrenz und den unfähigen Staat als Ablenkungsanästethikum zu adressieren könnte man sich doch mal in die Grundgedanken freier, geregelter Marktwirtschaft einlesen. Oder nach Informationsquellen dafür, wie Menschen, die in Not geraten – etwa wie die Mitarbeiter von Germania -, da gut wieder raus kommen. Resilienz, Tips&Tricks für Gespräche mit Banken für den Eigenheim-Kredit, Gesprächsleitfäden für Eltern mit ihren schulpflichtigen Kindern…

Es könnte sein, dass einige bemerken: es könnte mich auch treffen, vielleicht beschäftige ich mich mal einfach so mit Resilienz, mit Angst und vor allem: Eigenverantwortung.

Ich vermisse derartig informative Artikel – ich durfte sie als Jugendlicher noch sehr oft lesen – unter anderem im Spiegel. Auch das ist Veränderung und ich finde sie bedauerlich. Ich kann sie akzeptieren. Und mich dagegen stellen – nach Kräften.

Entscheider – sie sind eine Plage

Bitte, misstrauen Sie Menschen, die sich als Entscheider bezeichnen.

Entscheider erschaffen die Zustände des Titelfotos: Chaos und einer steht. Keine Struktur, nur Chaos. Denn: Es fehlt das Spielbrett. Keine erkennbaren Regeln. Kein Sieger, keine Verlierer – einer bleibt halt über. In welchem Umfeld? Egal.

Entscheider holzen halt mal rum (akademischer: entscheiden), schmeißen alles um – ohne Plan, Strategie und zumeist ohne, dass irgendjemand auch nur nachvollziehen könnte, was sie vorhaben. Ich finde das gruselig und sinnlos. Wie unlängst wieder mal live erlebt.

Es begab sich, dass ich wieder mal vom Schicksal geküsst, nein meine Geduld herausgefordert wurde. Ich durfte mich darin üben, freundlich zu bleiben, während einige der Gesprächsrunde sich die Brust poliert haben – metaphorisch. Männlein und Weiblein haben sich ge-brüste-t, dass sie für <decisions empowered> sind. Als Entscheider bezahlt, ist ja klar, dass die Car-Allowance stark zunimmt.

Als der Rest der Truppe dann endlich mit dem leicht nervösen Schweiß des Selbstzweifels «Warum bin ich so nicht???» an ihren Lippen hing, ging es dann in das nächste Level. «Da muss man halt mal unerschrocken entscheiden.» «Da fackel´ ich nicht lange, das wird entschieden. So macht man das.»

Eine gute Viertelstunde ging es nur ums Entscheiden. Im Schweinsgalopp von einem Satz mit Entscheidung zum nächsten.

Mein Kaffee war leer – meine Geduld auch. Ich durfte beitragen, «wann ist das zum Beispiel, in welcher Situation?» Kurze Irritation bei den drei Musketieren. Dann die mit einem Lächeln begriffene Chance. Jetzt füllen wir das ganze mit der vollen Packung Performance.

Warnung! Schnallen Sie sich an, verehrter Leser.

«Na, zum Beispiel bei der Bilanz letztes Jahr. Der CTO fand, dass das alles nicht so schick aussieht – der CTO hat damit zwar nichts zu tun, aber ich dachte mir: Dir kann geholfen werden Kollege. Da hab ich entschieden, dass das Anlagevermögen durch Sonderabschreibungen verkleinert wird – Verluste, wisst ihr, die nicht auf dem Konto landen.»

«Ach Danke für Ihre Frage. Bei uns haben sie ein riesiges Thema mit den Reisekosten. Habe jetzt dem Vertrieb die Essenspauschale gekürzt. Muss ja nicht immer Bio sein – sollen sich ´ne Stulle schmieren oder ordentlich verkaufen, dann können sie auch das Essen bezahlen.»

Den Beitrag des Dritten weiß ich nicht mehr – entschuldigen Sie bitte. Es war nicht viel besser.

Ich habe mich artig bedankt. Dafür, dass sie die Arbeit für meine Zunft (Anwalt) so begeistert befeuern. Der Blick der drei: Irritation. Ich wollte zur Erhellung beitragen. «Naja, wer nur entscheidet und sich über die Verantwortung keine Gedanken macht, der verlagert das Problem auf später. Dann ist es jedoch größer geworden – und teurer.» Ich erntete: Unverständnis – was sonst.

«Wer übernimmt denn die Verantwortung für die Entscheidung der Wertberichtigung des Anlagevermögens, wenn der Betriebsprüfer sagt, diese Werteinschätzung haben sie exklusiv, wir besteuern nach. Wer hält den Kopf hin, wenn die Vertriebsmannschaft in die innere Kündigung geht und Dienst nach Vorschrift schiebt?»

Jetzt begann unwohles Stühlerücken. Die Zuhörerschaft war vollends lost in <ja wie jetzt?>. Ich konnte mich empfehlen. Eine Gnade.

Falls Sie Entscheider auch tolle Menschen finden – vielleicht denken Sie nochmal nach – mit mir. Hier.

The hidden Champion: Verantwortung

Ich stehe dafür, mehr darauf zu achten, ob jemand Verantwortung übernimmt, ob das der Fokus seiner Selbstbewertung ist.

(Meine bescheidene) Arbeitsthese: Menschen, die aus sich heraus auch die Verantwortung für ihre Entscheidung tragen, die verkörpern mehr. Deren Entscheidung sind es wert, beachtet zu werden.

Für Anwälte übrigens keine interessante Zielgruppe – da geht zu wenig schief.

Entscheider? Die sind die Cash-Cow der über 160000 Anwälte in Deutschland (und wahrscheinlich in anderen Ländern auch), auch von Ärzten (Unfallchirurgen), Krisencoaches und Co. Entscheider fühlen sich superb und bauen einen unüberlegten Scheiß nach dem anderen. Meine Empfehlung, wenn Sie denen begegnen: nicht beachten, weglaufen, schnell. Denn Wenn es dann – wie sehr oft – nicht gut ausgeht, dann entsteht Schaden. Und Schaden, das ist gutes Geld für den Anwalt. Vertrauen Sie mir. Sie wollen nicht in der Nähe sein, wenn eine völlig beliebige, ego- statt hirngesteuerte Entscheidung explodiert.

«Wenige Menschen denken, und doch wollen alle entscheiden» Friedrich II., der Große (1712-1786)

Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass mit vorgeschaltetem Nachdenken bessere Entscheidungen getroffen werden und – wichtiger – sehr viel bessere Ergebnisse erzielt werden.

Wenn die Verantwortung mit in den Ablauf kommt, dann lautet die allererste Entscheidung zumeist: Ich gehe jetzt nicht links oder rechts, sondern ich denke erst mal nach.

Manches mal habe ich den Eindruck, dass sich die Menschen fühlen, wie wenn man sie an einem unsichtbaren Zügel reißt mit dem Vorschlag ‹Nachdenken›. Waaaaas? Nachdenken? Jetzt? Wir müssen doch entscheiden…

Ich finde es eine berechtigte Kontrollfrage, wenn jemand auffällig schnell, brüsk oder in einer Art Stakkato entscheidet, denjenigen einzubremsen und nachzufragen «Übernehmen Sie auch die volle Verantwortung für diese Entscheidung?»

Meine gut gemeinte Warnung:

Wenn dann

  • ungläubige Blicke,
  • Entrüstung,
  • dieser dümmliche Blick von «Ich versteh die Frage nicht»,
  • Einschränkungen («Naja, im Wesentlichen»),
  • Vorbehalte («Das kommt darauf an»)
  • et cetera

kommen, dann gibt es für Ihren Umgang mit der Entscheidung des anderen nur einen sicheren Ort: Ihren Abfalleimer. Gleich rein damit. Mit der Entscheidung, nicht der Person. Die kann ja vielleicht nicht gut entscheiden, aber vielleicht die besten Bratkartoffeln dieses Planeten braten, begnadet Zuhören, toll Dichten, ein wundervoller Elternteil sein oder wasauchimmer.

Einige Gedankenspiele

Eine Entscheidung ist etwas Profanes. Links oder Rechts. Eine Weg-Scheide, Wasser-Scheide. Sie treffen auf eine Entweder-Oder-Situation und gehen voran. Dann haben Sie sich entschieden. Wow. Da kann man schon ´nen Steifen kriegen vor lauter Selbstbegeisterung. Was für ein Bullshit.

Wertvoll, bedeutsam, kompetent und damit also in irgendeiner Art bewertenswert ist nicht die Entscheidung. Es sind der Grad des Aufwands, der vor einer Entscheidung betrieben wird, das Auseinandersetzen mit Konsequenzen, das Einstehen für eine Entscheidung, die deren Qualität und damit auch Rückschlüsse auf die Person, die sie trifft, zulässt.

Wer soll Sie operieren? Ein Arzt, der schnell entscheidet? Oder ein Arzt, der Zeit seines Lebens mit der Entscheidung, die er über Ihre Gesundheit trifft, klar kommen will? Dem nicht wichtig ist, dass es eine Entscheidung gab, sondern der eine bestmögliche Entscheidung ersinnt? Dem, der entscheidet und die Verantwortung übernimmt für die Wundinfektion mit dem Brief «Bitte wenden Sie sich an meine Haftpflichtversicherung.»? Oder dem, der schreibt, «Es ist mir schrecklich, was Sie erlitten haben. Ich darf mich nicht weiter äußern, habe aber bereits meine Haftpflicht informiert. Wenn ich etwas tun kann, lassen Sie es mich wissen.»?

Wer sich entscheidet, sich nicht anzuschnallen und sich dann das Köpfchen beim Auffahrunfall böse am Lenkrad anstößt, der ist Entscheider. Wenn er dann wegen der Kopfverletzung vom Unfallverursacher ein deutliches Schmerzensgeld verlangt, weil er ja schließlich Kopfschmerzen hat, der war schon vor der Entscheidung falsch gewickelt. Nein, es ist nicht der Richter doof, der ihm das Schmerzensgeld verwehrt wegen Mitverschulden. Er hat es selbst zu vertreten, wegen des Mangels an Verantwortungsträgerschaft, an Verantwortungs-Bewusst-Sein des Gurtmuffels.

Ein SEK-Polizist, der in einen Geisel-Täter-Raum vordringt und in Millisekunden erkennt (und erkennen sollte), dass links eine Geisel schreit und am Boden vor ihm zwei Geiseln kauern und rechts davon eine dritte Person eine Waffe auf eine Geisel richten will und dann den richtigen als Bedrohung ausschaltet, der ist exzellent. Wie fänden Sie es, wenn er mal eben entscheidet – quick assessment oder Nach-mir-die-Sintflut: Wer nicht aussieht wie ne Geisel… irgendeiner muss halt entscheiden. Dass dann die Verantwortungsfrage später geklärt wird, wäre für die niedergestreckte Geisel wenig Trost. Einverstanden?

Schlussakkord

Ich setz mich jetzt an einen Schadensfall. Da hat einer hopplahopp entschieden, dass es egal ist, ob die Löhne bezahlt sind, Hauptsache die Leasingrate für den PKW und die Miete sind durch. Jetzt wird er zur Verantwortung gezogen… autsch.

«Wenn du dich und den Feind kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten.» – Die Kunst des Krieges (Sunzi)

Wunderst Du Dich auch, dass nichts wirklich klappt, nie zu 98%. Es macht nie richtig Spaß? Ist es nie so richtig geil, so unvergeßlich? Dabei bezahlst Du und arbeitest mit Leuten, damit sie mit Dir an Deinem wichtigen Ziel arbeiten?

Tscha. Vielleicht weißt Du genau: ja, ich bin hier und da zu bequem. Mein Schweinehund ist nach der Arbeit immer besonders stur und behindert mich. Dieser kleine Sack, mit seiner Schokolade. Sein treuer Blick, wenn er Dir die Fernbedienung apportiert – er ist der Feind, mit diesem «Das sagt man nicht zu seinem Partner»-beleidigt-Blick, wenn Du ihm sagen willst «Stör´ mich nicht, sonst erreich ich das und jenes nicht». Du kennst dessen Werkzeuge. Ja, Du. Alle! Es mag Dir vielleicht nicht klar sein. Dann hast Du nur noch nicht wirklich hingeschaut. Also genau genug hingesehen.

Es könnte sein, dass Du deswegen nicht vorankommst, Deinen Hintern nicht von der Couch hochkriegst, weil Du Dich noch nicht genug damit auseinandergesetzt hast, welche Schwächen Du hast.

Solange Du die nicht erkannt hast, kann Dir niemand in dem einen, entscheidenden Moment den entscheidenden Push geben, etwas das erste Mal zu erreichen – egal, wie gut er ist, wie engagiert und wie teuer.

Durch Deine Schwäche kommst Du gar nicht erst zu dem Punkt, wo es heißt: Gewinnen oder Verlieren.

Es könnte natürlich auch der Farbe der Halspastillen liegen, die Du vielleicht noch nie versucht hast.

Notabene: Der Beitrag nimmt Ausgangspunkt und Inhalt im Sport - da sind wir mal ein bisschen locker und per Du. Passt schon, gell?!

Zwei Fliegen…

Bei meiner Arbeit zu Lösungen und Strategien arbeite ich nur mit Bildern und Modellen, die ich nicht aus einem Fotoband (Lehrbuch, Youtube-Video) habe, sondern die ich erlebt habe, die ich am eigenen Leib ausprobiert habe. Das ist für mich Teil meiner Integrität.

Integrität heißt vereinfacht ausgedrückt: Mach was du sagst und sag, was du machst. Lässiger klingt es auf Englisch: Walk your talk.

Diese Integrität ist einer der roten Fäden meiner Eigenverantwortung. Weitere Fäden sind Aufmerksamkeit, Freiheit, Fleiß und Weitermachen. Es gibt noch andere – hier gehtum das Modell.

Notabene: Dass Eigenverantwortung kein Faden ist, sondern ein ich-Bestandteil, ist ein anderer Tag, ein anderes Thema. Jeder Widerspruch dazu möge dann auch an anderer Stelle gerne mit mir erörtert werden. Ich werde was dazu schreiben.

Diese roten Fäden also. Die spinnen ein Netz, das heute fast keiner mehr er-kennt, sich bewusst macht. Selbst-Sicherheit. Diese roten Fäden sind so verwoben, dass sie mir eine elastische Absturzhilfe und ein dynamisches Trampolin gleichermaßen sind. Diese roten Fäden brauchen Pflege.

Wenn einer reißt, dann funktioniert das nicht mehr, dann fall ich auf die Schnauze und dieses eingangs beschriebene Gefühl stellt sich ein und das ist? Nicht gut.

Vor circa 2 Jahren habe ich entdeckt, dass der Faden Walk-your-Talk spröde geworden ist. Ich habe bemerkt (->Aufmerksamkeit), dass immer mehr Menschen bei mir saßen, die im Kern schlicht Schiss hatten, etwas durchzuziehen. Angst vor Scheitern, Angst vor Hü, Hott und dem lieben Gott.

Ich konnte da viel Schlaues sagen. Oft genutzt habe ich das Bild vom Elfmeter-Schießen – das hab ich selbst auch schon gemacht. Lange her und naja, es war nicht mal in der Bayernliga (eher so als Rechtfertigungssport für das Bier am Abend).

Das war mir gefährlich nahe am Schlau-Daher-Reden, der Hybris-Variante vom Blödsinn, jedenfalls nahe dran.

Mehr noch hat mich gestört, dass meine Arbeit an diesem Punkt nicht mehr die Wirkung bei den Menschen, die mir vertrauen, hatte, die ich haben will und haben kann. Integrität als Maßstab – siehe oben.

Notabene: Ob Du Integrität wichtig findest, darum geht es hier nicht. Jeder hat anderes, was ihm wichtig ist. Ich erzähle von mir, um eine mögliche Lösung deutlich zu machen.

Gleichzeitig war mir sportlich immer fader. Mir haben Trainingsimpulse gefehlt.

…eine Klatsche

Und so kam der Entschluss, etwas Neues zu wagen. Warum? Weil ich recht zügig rausgefunden hab, dass es wie es so oft ist – der Schweinehund knurrt vor dem Gartentürchen, hinter dem all das wächst, was ich an der Stelle bräuchte. Und ich? Ich hab mir einige Zeit was gesch…, an dem Köter vorbei zu gehen.

Der Ausdauerläufer in mir, der hat für diesen Angang keine Impulswirkung mehr gehabt – mit Geduld, Ausdauer oder Durchhalten kam ich nicht weiter. Der hat auch keine Argumente mehr für Situationen geliefert. Denn es geht halt manchmal im Leben auch einfach darum, alles für einen Moment reinzugeben. Jetzt. Sieger. Versager. Nix dazwischen.

So bin ich zum Kampfsport gekommen – Kickboxen, um genau zu sein. Ok, die Transferleistung ist jetzt nicht nobelpreisverdächtig.

Ich kenne beklagenswert viele, die es für einen Kampf halten, sich zu 3 Liegestütz zu überwinden (wer 170 kg hat und anfängt: anderer Schnack. Aber 38 Lenze und das zarte Körperchen eine-r/s 28jährigen Vollschlanken und das als Kampfvariante… naja, da ist Luft nach oben).

Mit 47 also und ’nem Knie, von dem der Orthopäde sagt, «sind sie mal froh, dass sie noch Joggen können».

short term discomfort for long term benefit oder: Wagen um zu Wachsen

Heute bin ich 48, mein Knie ist immer noch ok. Ich schaffe 50% Liegestütz mehr, kann immer noch 1 1/2 Stunden Joggen mit nem 13kg Rucksack bei knapp 6:50 min den Kilometer, hab ein blaues Auge weg, einen Sieg und das Pfund Gewissheit in mir, dass ich viel mehr einstecken kann, als ich es mir zu Träumen wagte.

Wenn ich heute zu einem Klienten sage «Es gibt Momente, da musst Du bereit sein, eine auf die Nase zu kriegen, im übertragenen Sinne, wenn Du Dich in der Gehaltsverhandlung/Gerichtsverhandlung/dem Gespräch mit Mr. X durchsetzen willst», dann hat das eine andere Unterfütterung. Weil ich diese Aufregung, mich für einen Sieg dem Risiko von Schmerz und Niederlage auszusetzen, kenne. Weil ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn einer Dir eine verpasst.

Dadurch weiß ich auch, wie es sich anfühlt, nur einem die Schuld geben zu können, dass die Kontaktlinse rausfliegt: mir selbst, weil ich die Deckung nicht oben hatte. Zu wenig trainiert, zu wenig fokussiert, zu irgendwas – ich war´s.

Mastrubation über der Paralyse durch Analyse statt einer richtig vollmundigen Lebenserfahrung

…naja, jeder wie er mag

Ich lerne mich also weiter kennen. Und ich kenne meine Vergangenheit. Muss keiner machen. Nur: dann jammert bitte nicht – denn wer nichts reinsteckt kann nichts rausholen.

Das ist der Teil von dem Kapitel im Buch des Lebens ‹Etwas Erreichen›, den meiner Beobachtung nach zu wenige auf sich nehmen: Das Kennenlernen von sich selbst. Erschreckend wenige setzen sich noch hin und sagen nach einer Reflektionsviertelstunde ehrlich zu und über sich selbst: Ich, Susi G. aus M oder Hannes R. aus Ä. bin eine bequeme, feige Kröte.

Lieber machen wir Tests, Assessments, die Facebook-Wer-Bist-Du Blödeleien, den Online-IQ Test Schnurbswurbel. Gerne stampfen wir trotzig auf, «Ich will, dass das Leben (Mami, Papi, der Chef) mir die Beförderung besorgt und wenn mich mal jemand verstehen würde, dann könnte ich auch viel schneller Abnehmen, Kraft aufbauen, Selbstbewusstsein entwickeln,» – der verbale Kanon des Wahnsinns.

Alle träumen und googeln, wie dieser Traum erworben werden kann. 3 Jahre mit der App N, 4 Seminare zum Persönlichkeitsmerkmal O, 21 Lehrbücher zu W und 4 Klangschalen zum kosmischen Zugang AY und das großartige Ergebnis?

Der Kandidat bekommt vom Schicksal ein A! – Fanfaaaaare. Nein, nicht das A wie A*loch, sondern das A, das aus dem Traum ein TraumA macht.

Lieber Wolfgang, es war einmal mehr ein legendärer verbaler Foxtrott in München. Danke für diesen pfiffigen und so richtigen Gedanken und Tanzschritt!

Und dann sitzen sie bei Kollegen oder bei mir, beweinen die Ungerechtigkeit der Welt, lesen keine Mails und verpassen deswegen Chancen. Stattdessen machen sie munter weiter, nämlich hier 1/7 da 1/3 und in der Summe eines nie: Etwas ganz. Sie begreifen nicht, dass ohne ihre Aufmerksamkeit der beste Coach der Welt (der ich nicht bin), der härteste Anwalt der Welt (der ich nicht bin) und der spirituellste Wasweisich (der ich nicht bin) ohne ihre Selbsterkenntnis, ihre Mitwirkung genau was erreichen können: Nix, nada.

Du so? E.h.r.l.i.c.h?

Erfolg ist leicht zu schreiben: T.U.N.

Es geht auch anders: Hinsetzen. Stärken und Schwächen aufschreiben. Risiken und Nebenwirkungen von früher erinnern. Und dann, dann sucht man sich einen Partner. Um was zu tun? Genau: Den Kampf gegen die eigene Trägheit zu gewinnen. Dann nämlich kann der andere, der sein Geld damit verdient, mich dahin zu bringen, wo ich per heute nicht weiß, hinzukommen.

Die Qualität der Fragen bestimmt die Qualität der Antwort.

So bekommen wir Antworten, die eine echte Chance haben, Ziele zu erreichen.

Wie wäre es mit folgenden Fragen&Antworten:

  • Welche Aufgabe hat ein Trainer (wahlweise Anwalt, Steuerberater, Heilpraktiker, Ernährungsberater)? Er soll sein Wissen einsetzen, um Dich dahin zu bringen, wo Du hin willst.
  • Wer muss also wissen, wo er hin will? Aaaaah: Du!
  • Wie kann der Trainer (oder…) sein Wissen richtig einsetzen, wenn Du ihm nicht sagen kannst, wo Du stehst (sportlich, finanziell, mental, bildungsmäßig)? Genau: Gar nicht.
  • Was wird das Resultat sein? Nicht das, was Du wolltest.
  • Wer hat´s bezahlt? Du.
  • Wer hat´s verbockt? Sorry, Du.
  • Und wem hängst Du es um den Hals? Genauuuuu… «Der Trainer hat nicht das Beste aus mir rausgeholt.» «Der Steuerberater hat sich mit dem Finanzamt verschworen.» «Die Bank ist schuld!» – happy Vollbad in Deinen Ausreden. – Ah ja, und sofort regt sich Widerspruch. Ist mir klar. Meistens reagieren wir sofort, wenn wir dort berührt werden, wo es weh tut, weil da sind wir nicht stark, sondern verletzlich und ungeschützt.
  • Wer hat gewonnen? Der Schweinehund – und der kam noch nicht mal ins Schwitzen.

Bei mir ging es jetzt erst mal so weiter:

In München bin ich – ein herzliches Danke an Euch -, bei Pawlica und Mladen Steko gelandet und wenn ich in München bin, gehe ich immer noch hin. Wohin? Dort hin: Steko-Training.

Sie haben mir schnell eine Ahnung davon vermittelt, wieviel mehr Boxen mit Selbstbeherrschung, Fokus, Bewegung als schierem Bizepsgeeiere, Eiweisshakes und Kraft zu tun hat. Ich finds dort Klasse und bin überzeugt, dass sich jeder, der es ernst meint mit beiden Wortbestandteilen Kampf&Sport dort eine tolle Zeit hat. Und mal eine Privatstunde, das schiebt Euch nach vorne, ganz sicher – wenn Ihr mitmacht!

Dann ging es für mich sehr plötzlich nach Hamburg. Ich habe das wirklich außergewöhnlich konzipierte Dojo Zanshin-Dojo in der Mendelssohnstraße 15b in Hamburg-Bahrenfeld gefunden. Dort trainiere ich mit einem, der das Beste aus mir herausholt: Zeki – yourboxingcoach.de.

Dieser Teil dieses Posts ist ganz bewusst eine Anerkennung und mein Dank an ihn. Zeki ist Personal Trainer und Boxing Coach und zwar ein richtiger g… Boxing Coach.

Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst so oft ungehalten bin, dass ein Projekt nicht das Optimum erreicht, weil die Klienten mal wieder alles wichtiger fanden, als mir zuzuhören, ihren Teil mit Fleiss zu machen. In jedem Fall ist es mit Zeki als Trainer als demjenigen am Receiveing-End Freude und Ansporn pur.

Ich hab ihm am Anfang genau gesagt, was ich will, was mein Ziel ist. Er hat am Anfang gesagt, was ich dazu tun muss, damit er es mit mir schaffen kann. So wurde aus meinem Ziel unser Ziel. So wurde aus ihm und mir ein Team, gegen den einer, mein Schweinehund, keine Chance mehr hat. Ich kenne mich und meinen Schweinehund und deswegen gibt es natürlich dennoch Rückschläge. Jedoch: Die Anzahl der Niederlagen und der trägen Ochjeeeee-Tage wird jedes Jahr weniger, und zwar kilo- nicht grammweise. Mir taugt diese Entwicklung ungemein.

An der Stelle: Lasst diesen dummen Bürowitz weg – er hat sich schon viel zu tief in unsere Haltung geschlichen. Welchen? TEAM=Toll Ein Anderer Machts.

Stattdessen: TEAM=Together Everyone Achieves More – wenn das passiert, dann holt Ihr für Euch das Optimum raus aus jeder Dienstleistung, aus jedem Produkt, für das Ihr bezahlt.

Oft sind Schwächen nichts anderes als falsch eingesetzte, meist übertriebene Stärken.

Die Zutaten dafür, dass ich zu keiner Minute an das Geld denke, das ich bezahle, weil der Spaß und der Erfolg so intensiv all die schnöden Selbstverständlichkeiten überstrahlt, sind das, worum es mir hier geht:

a) Ich habe mein Ziel.

b) Ich hab Zeki gesagt wo meine Stärken und

c) wichtiger noch: Meine Schwächen liegen.

Zum Beispiel bin ich ein bilderbuchmäßig sturer Kerl. Wenn ich was will, dann kann ich mich da reinhauen. Das ist ok bis zu dem Punkt, an dem durch diese Stärke Übertraining, zu wenig Pause und Co entstehen.

Also haben wir (unter anderem) besprochen, was für ein Intervall Sinn macht – in meinem Fall. Denn Zeki geht gern auf mich ein – nur er muss wissen, wer ich bin. Sonst – siehe oben – kann er es ja nur mit einem allgemeinen Schema machen.

Zeki ist also (mein) Personal Boxingcoach und wir haben Spaß, weil wir beide durchziehen. Mir macht es Spaß, weil er mich pusht, weil er mir spiegelt, dass er mein Engagement wertschätzt. Er weiß, was ich will, weil ich es ihm gesagt habe und er setzt es super um. Er pusht mich durch sein Committment, auch noch in den letzten 4 Sekunden eine letzte Liegestütz rauszuhauen. Er hat Spaß, weil ich mich nicht beschwere, wenn er mich mit der Pratze trifft. Kampf-Sport, ihr versteht.

Ich hab ihm versprochen, dass ich alles rein gebe. Und er gibt es mir zurück, weil er nicht müde wird, meinem 48jährigen, leicht eingestaubten Feinmotorik-Chipsatz nochmal Leben einzuhauchen und aus einem watschelnden Hüpfsack einen immer behenderen Sportler zu machen.

Zeki hat immer eine neue Übung, eine weitere Finte, einen Push, eine Aufmunterung und zur rechten Zeit Mahnung und Kritik. Ich finde das Klasse.

Für mich – und ich möchte das an der Stelle ganz bewusst herausstellen – beweist Zeki nicht nur auf einer menschlichen Ebene durch Sports- und Kampfgeist, dass er es draufhat, sondern dadurch, dass er alles, was er von mir verlangt, zu jedem Zeitpunkt mit meinem Ziel verknüpfen kann. Er erklärt mir, warum eine Übung, die ich besch… lustig finde, dran ist. Er kann mir die Übungen zeigen und erklären.

Notabene: Nur wer es erklären kann, hat es verstanden.

Jede Einheit ist anders, so wie jeder Tag und jede Herausforderung anders ist bei mir. Das ist Personal. Dass ich besser werde, das ist Training. Und wenn beides stattfindet, dann ist es Personal Training.

Also: wer meinen Artikel bis hierher gelesen hat und in Hamburg unterwegs ist: Schaut Euch seinen Trailer an: https://youtu.be/MjadfcmgkGk. Den Website-Link habe ich oben schon hinterlegt.

Schlussakkorde

Wie es meinem Schweinehund geht? Der kommt inzwischen gar nicht mehr mit ins Gym. Weil inzwischen, inzwischen hab ich die Deckung so gut und ich treffe ihn da wo es weh tut, so dass ich dahin komme, wo er mich nicht hinlassen will. Ich habe gelernt, zu wissen wo ich bin, wo er ist und dadurch kann ich einen Weg planen vorbei an dem Kläffer. Wohin? Na dahin wo ich hin will.

Anti-Supermann-Exkurs: Wer von Euch hat schon mal ein Training, einen Steuerberater, ein XYZ-Planer, Coach Trainer gebucht und sich entweder/oder, noch schlimmer und: nicht vorbereitet, halt mal mitgemacht, zugehört, dann nicht weitergemacht…? Cool, wenigstens ehrlich. Und, war es dann toll? Aha. pssst, ganz ehrlich: hab ich auch schon gemacht.

Denn Leute, Mädels, Jungs, meine Damen und meine Herren: Ich bin ein ganz normaler Kerl.

Ich hab nur eines kapiert: Wenn ich nicht All-In gehe, dann kann der andere, mit dem zusammen ich etwas erreichen will, es auch nicht herbeizaubern.

Wie soll denn ein anderer mich zu einem Kämpfer machen, wenn ich laut schnaufe aber nicht ins Muskelversagen gehe? Wie? Ach ja, mit dem Zauberstab – I stupid.

Zeki kann mir ja kein Seil umbinden und mich zur Marionette machen.

Kein Arzt kann statt Eurer selbst die Tablette nehmen oder für eine Woche Ruhe geben.

Kein Physiotherapeut wird uns, irgendwann durch die Gegend tragen, statt uns zu massieren, wenn wir uns nur lang genug der Faulheit hingeben statt mitzumachen.

Deshalb: lerne Dich kennen. Immerhin bist Du der, mit dem Du die meiste Zeit verbringst – 24/7 oder 168 Stunden die Woche. Dann klappts auch mit dem inneren Schweinehund.

Danke fürs Lesen. Wem’s gefällt: Ich freue mich über jede Erwähnung. Wem´s nicht gefällt: gerne eine kritische Mail.

Cheers, Frank

Achtung giftig – Der eigene Weg als pure Lehre ist kein Seminarinhalt sondern Rattenfängerei

Manchmal braucht es Zorn, um in Bewegung zu kommen. So ist es mir gerade gegangen. Seit einigen Tagen quälte mich die Frage, welchen ersten Post ich denn erstelle. Hier. Auf meinem von meinem lieben Freund Sebastian Peter Fischer gestalteten Blog.

Einfach machen ist manchmal leichter gesagt als getan. Denn einfach ist selten und aller Anfang ist nun mal: schwer. Das als unaufgeregtes Präludium zu meinem ersten Post hier auf followthebear.de.

Damit zum Thema. Diese Rattenfänger – es ist unerhört!

4 Männer, 4 Geschichten, 1 Wahnsinn

Ich hatte einen tollen Vierklang vor einigen Tagen.

Ton 1: Telefonat mit einem potentiellen Mandnaten. Thema: Familienrecht – Scheidung – Unterhalt – Sorge vor dem Rentenalter, wenn das Familienrecht in die eigene Altervorsorge reinsägt.

Ton 2: Telefonat mit einem Protegé. Inhalt: Die Schrei gegen sich selbst, zurück in den Hörsaal finden und stolz alles auf seinen Traum setzen, den Mut dafür auch ein Scheitern zu erleiden und Panikgefühle zu überwältigen.

Ton 3: Erste Session mit einem Coacheedanten – waaaaas? Einem Mann, der ein Zwischending zwischen Coaching und rechtlichem Backup braucht – Coachee + Mandant = Coacheedant. Fiel mir gerade ein. Ob das immer so heißen muss – mal sehen. Inhalt: Die Frau spielt (oder gar ist?) verrückt und die Sorge um die Tochter sticht in die eigene Trägheit – vielleicht doch mal zum Mannsbild erwachen. Dann kaufen wir sein „s“ und er wäre erwachsen.

Ton 4: Langes Gespräch mit einem Freund – einem 44 Jahre alten Jungen, der sich lächelnd als sein eigener Gast dabei zusieht, wie während der vielen Impulse in sein ängstlich veränderungsgepuffertes Ego sein intimster Lebenswunsch verglühlt, weil er diesen Wunsch mit jedem Jahr verhungern lässt. Nach 3 Stunden kommt er dann – unter Tränen und das ist? scheißegal! – in (s)eine Aggression. Darüber nimmt er die Decke von seiner großen Angst und – Spoileralarm – entdeckt seinen wahren Traum; der Erfolgstraum? Bitte weiterlesen.

Dieser Vierklang klingt irgendwie oll???

? Das Ja #1

Ja, das ist unspektakulär – wäre da nicht die Begegnung letzte Woche mit einem den Worten nach erfolgsträchtigen Unternehmer und Trainer, der sich brüstet wie er als Beleg Teilnehmer auf die Bühne holt. Der vollmundig für seine Trainings wirbt, dass er ohne ChiChi meditieren lässt und Werte vermittelt, reichere und bessere Menschen macht.

Denn einer der Klangkörper war ein Teilnehmer. Der ist weder auf dem Kurs ‹reich›, noch ‹wert›-voller. Er ging nur kurz auf einen Parabelflug der Motivation – «Frank, es war fantastisch. Ich hab´s. Ich muss ins Tun kommen.»

Keine 3 Wochen später dann bestand das Tun darin, dass er ernstlich überlegt, einen Job, der ihn in die Nähe seines gehypten Traums (nicht dem, den er unter Tränen sich selbst zugegeben hat!) bringt, anzutreten. Das ist auch Tun, zugegeben. Nur besteht dieses Tun in einem Unterlassen. Nämlich den A… llerwertesten in die Hose Größe „Erwachsen“ zu bekommen und den Mut aufzubringen, seine Angst a) zu finden, offen zu legen und dann b) zu beginnen, sie zu überwinden.

Annex: Next chance - Im Nachgang zu dem oben geschilderten sprichwörtlichen Durchbruch ist ein neuer Blick auf seine Wünsche und Träume entstanden. Er steht - aufgerüttelt durch den Irrtum zwischen gefühltem Traum und Erfolgstraum - jetzt an der Startlinie zu seinem wahren Lebenstraum. Es könnte aus dem alten Jungen und junger Alter werden. Ich wünsche es ihm.

? Das Ja #2

Ja, das ist unspektakulär – wäre da nicht die Aussage eines Mannes, dass er vor der Trennung noch eine Paartherapie gemacht hat und ihm schon einige gesagt haben, dass er irgendwie nicht seinen Mann steht. Dass er erlebt hat, dass Mediation nicht funktioniert hat und er zugleich der Exfrau erst mal zubilligt/anbietet, doch einen Mediator zu nehmen.

Der sich viel mit sich beschäftigt hat – vernehmlich – und durch Bücher und Feedbacks ein sehr genaues Bild hat. Der sich dann zu einem Ja entscheidet, mit Händedruck, Einschlagen und vor seinem Freun: Ich fang jetzt an, ich kämpfe mich durch.

Um dann, nach 2 Tagen, wieder vollmundig den Schwanz einzuziehen. Er ist ja schon sehr weit… Wer nicht will findet Erklärungen, wer will, findet Wege. Und wenn das Kind während dessen richtig schlimm etwas abbekommt, dann heult es sich leicht «Damit rechnet ja keiner» … und schon kann Mann weiter krabbeln.

Bricht sein auch sich selbst gegebenes Wort, entwertet das Engagement seines Freundes, seine Integrität – für was? Das weiß er exklusiv, hoffentlich.

? Das Ja#3

Ja, das ist unspektakulär, wäre da nicht diese Häufelung. Vier unterschiedliche Männer, vier unterschiedliche Situationen und eine Auffälligkeit.

Zwei der hier Beschriebenen haben Seminarerfahrung bzw. Erfahrungen mit modernen Formen moderierter zwischenmenschlicher Kommunikation – Therapie und Mediation.

Einer ist Student und hat den Seminarreigen noch nicht eröffnet.

Einer ist Führungskraft und erkennt, dass er nicht weiter kommt und entscheidet ganz pragmatisch: Ein Jurist muss her.

Höre nicht auf Menschen, die nicht da stehen, wo Du hin willst

…ob wir eine Ratte sind, ist unsere Entscheidung

Es gibt Rattenfänger und es gibt Ratten. Es gibt Kinder und es gibt Erwachsene. Es gibt Verkleidungen.

Wer sich verwählt, ist selbst für die falsche Verbindung verantwortlich

Würden Sie auf den mit viel Energie vorgeschlagenen und als alternativlos angebotenen Rat eines Beamten in der mittleren Verwaltungslaufbahn hören, «Mach Dich selbständig, das ist soooo erfüllend» (wahlweise: «Viel besser als beim Staat/da kannste reich werden wenn Du es richtig anstellst»), wenn Sie mitten in dem Dilemma stehen 「Kündigung und Aufbruch ins Ungewisse oder nicht」?

  • Ja? Bitte, bitte, bitte: Kündigen Sie nicht.
  • Sie fragen nach: „Warst Du schon mal selbständig?“ Antwort: „Nö, für mich ist das nichts.“ Und, hören Sie auf den Rat? E.h.r.l.i.c.h.?
  • Ja? Bitte, bitte, bitte: Kündigen Sie nicht und kaufen Sie sich viele Bücher über Märchen und lernen Sie daraus (z.B. Hans guck in die Luft, Rotkäppchen).
  • An irgendeiner Stelle ist Ihre Antwort Nein? Sie sind eher nicht der, für den diese Passage eine revolutionäre Botschaft enthält – vielleicht scannen Sie Ihr Umfeld mal, ob es etwas subtilere Verknüpfungen mit demselben Dilemma gibt.

Die Rattenfänger

Rattenfänger haben eine ehrenwerte Aufgabe: Sie fangen Ratten. Weil Ratten Krankheiten übertragen, sollen Ratten möglichst nicht nachts durch unsere Zimmer streifen und böse Erreger da lassen. Cooler Typ, der Rattenfänger.

Nun ist es wenig überraschend so, dass die Rattenfänger ein sehr einfaches Mittel haben: Sie arbeiten mit Dingen, die den Ratten schmecken – sie tarnen Gift durch Geschmack. Diese fiesen Drecksäcke, die aaaarmen aaaarmen Ratten. Ich finde diese Sympathieverteilung lachhaft.

Der als Rattenfänger verachtete tut das Nämliche. Er sagt Dinge, die wir gerne hören. Und unser Hirn schaltet ab, wir hören auf, wit selbst zu sein. Selig-dümmlich schmachten wir uns deren Botschaften und Verheissungen an.

Ist der Rattenmensch unmoralisch? Nein, finde ich. Er wäre ja blöd, wenn er nicht die Musik spielt, die so viele gerne hören. Die Playlist hat unter anderem folgende Titel:

Es ist ok, dass Du Dich nicht unterdrücken lässt § Komm einfach ins Tun, dann wirst Du reich/geil/glücklich. § Warum schwere Entscheidungen treffen, wenn es ganz einfach sein kann § Es kommt darauf an, wie Du Dich fühlst § Du hast das Recht, Deine Träume wichtig zu nehmen

Wir sind schnell dabei, demjenigen, der mit der Leichtfertigkeit und Bequemlichkeit, der Trägheit und infantilen Verweigerung der Eigenverantwortung der anderen Geld verdient, das Halsband 「Unmoralischstes Kapitalistenausnutzerschwein ever」 umzuhängen.

Wer dem DJ, der genau das spielt, was wir hören wollen statt eigenverantwortlich zu leben und sich den Allerwertesten aufzureissen, diesen Vorwurf macht, ist meiner Wahrnehmung nichts anderes als ein Feigling; warm eingewickelt in den Mantel der Moral, die immer dann her halten muss, wenn wir nicht den Arsch in der Hose haben, eine Position zu beziehen.

  • Weil Nachdenken so schwierig ist, buchen wir mal lieber ein Seminar.
  • Weil Disziplin so schwierig ist, schließ ich mich für 20 min an Stromkreisläufe an und behaupte, das ist Sport.
  • Weil ich ja schon erwarten darf, dass es alle Welt ehrlich und gut mit mir meint, hinterfrage ich erst gar mal? Nichts!

Die AfD zum Beispiel sind schlicht ein Haufen Feiglinge. Das Problem ist, dass alle auf die AfD draufschauen, anstatt dafür zu sorgen, dass die AfD-Wähler nicht mehr für Angstmache empfänglich sind.

Schauen wir genau hin: Menschen, die meinen, dass der Weg, der für sie passt, die Blaupause für alle ist, sind tendenziell Narzisten mit einer mehr und weniger ausgeprägten Hybris. Und die stellen sich hin, reden was von Werte-bezogenem Handeln. Tarnen das ganze mit ein paar etablierten Techniken (Meditation, Hypnotherapie, NLP et cetera) und schreiben drüber «Werde reich» oder – noch mehr Hybris included «Werde reich durch mich». Und keiner denkt nach, dass Geld zu Vermögen, nicht Reichtum führt.

«Sei glücklich» – genau! Weil es so einfach ist, buchen wir erst mal das Seminar.

Ach, wie lecker!

Nein, ich finde es nicht gut, wenn solche Seminare Erfolg haben. Jedoch ist das Problem nicht die Rattenfänger-Fähigkeit. Das Problem ist der Zuhörer, der Seminarteilnehmer. Es macht mich unruhig, dass es eine so große Zahl Feiglinge gibt (schauen Sie sich die Umsätze an) – in meiner ganz persönlichen Zählart eine Schar nahe an der Grenze zur Plage.

Wir entscheiden, ob wir die Ratte sind

Rattenfänger können nur Erfolg haben, wenn es Ratten gibt. Noch direkter: Rattenfänger haben Erfolg, weil es Ratten gibt! Kein Mensch legt Rattengift aus, wo zwar keine Ratte, dafür aber vielleicht der liebe Dackel der Nachbarin stirbt, das Kind im Sandkasten schwerst vergiftet wird (jaja, in den Fernsehserien und auch im wirklichen Leben gibt es gestörte und Idioten – wir wollen wir hier beim Kern bleiben, ok?).

Und weil mit den Fallen immer nur ein bis zwei gefangen werden, ist es doch viel schlauer, dass wir einen rufen, der die Viecher mit ihrem nackten Schwanz hypnotisiert und motiviert, mit ihm zum Fluss zu gehen und fortzutreiben. Ob die Ratten ein anderes Dorf befallen, die AfD statt in Bayern in Sachsen wächst? Egal. Bei uns sind se weg. Ob die Absaufen? Das muss und darf dem Rattenfänger egal sein. Sein Job ist es: Ratten anlocken. Dafür wird er bezahlt.

Wer von den Ratten selbst bezahlt wird, der hat: Meinen Respekt. So überzeugend, dass Dir Menschen freiwillig in den Untergang oder den Schmerz der nicht eingelösten Versprechen folgen, ohne Waffengewalt – wow!

Jammern wir bitte nicht über die Rattenfänger, wenn wir ihnen freiwillig Geld bezahlen. Dafür, dass der Teilnehmer, der sie bucht, sich willfährig einreden lässt, dass auch er, wenn er es genau so wie der Trainer macht, er zu unermesslichen Reichtümern, spirituellen Höhen und post-orgastischen Glücksgefühlen kommen wird. Obwohl schon eine einzige Frage dieses hemmungslose Anbiedern als Feigheit vor Mühe, Fleiss, Veränderung, Zukunft und damit: meinem eigenen, beschaulichen Scheitern im Menschsein outen würde: Sind Sie der Trainer?

Das Schlimme daran: Es gibt hervorragende Seminare, außergewöhnliche Trainer. Ich wünschte mir, dass die mehr Zulauf finden. Die Rattenfänger sind nicht deren Konkurrenz. Die Rattenfänger erwähnen die Wagemutigen nicht mal – Ignoranz als Wettbewerbsvorteil. Diese Wagemutigen sind da und wissen, wenn ich von Feiglingen überrannt werde, dann wars das. Trotzdem stehen sie da, am Rand des Marktplatz und halten die Werbetafel hoch 『Schwimmen lernen statt kollektivem Untergang.』 Noch wenige Plätze frei.

Wagen wir doch mal eine schonungslose Veranstaltung!

…Wunsch-Intermezzo Ende.

Damit weiter.

  • Kein Mensch würde nach 2 Stunden Manni Kaltz-Bananenflanken-Videos oder Lewandoski-Torschuss-Compilations auf die Idee kommen, dass er es jetzt auch kann.
  • Jedem von uns ist – auch wenn wir es lautstark wegdiskutieren und hinter Fairtrade und BlindInOrdnung (in short: BIO) verstecken klar, dass eine Mayonaise mit Stabilisatoren und Homoirgendwas, Farbstoff und Klump nicht so hochwertig ist, wie selbst gemachte. Die selbstgemachte, die Sie selbst mit der Hand schlagen, die wird so herrlich cremig, geschmeidig. Das schmeckt das Ei noch durch. Aber: vorher schmerzt Ihr Ellbogen oder die Hand, je nachdem, wie sehr sie den Schneebesen schlagen. Und ja, das ist mit Ihrer Lebenszeit eingerechnet teurer als 0,87 € bei A+i, L+l & Co. Skaleneffekt + Geiz = ungesund.
  • Es ist ja so schwierig, Nein zu sagen zu meiner Tante Vollmilchschokolaaaaaaade. Sie gibt mir immer diesen liebevollen Kick, lässt mich lächeln.
  • Klar, wir fahren jeden Tag mit dem geleasten ??? Modell 3l Einspritzer blablubb im Grenzbereich der globalisierten Ingenieurskunst. Da braucht es schon Öl für die Maschine für 30 EUR den Liter. So ein Karren, für 15.000 EUR gebrauchtgekauft hab, ist ja viel mehr wert als ich.
  • Was nahe liegt. Die Katholiken bewerten schließlich ein verpfuschtes Kinderleben mit 5.000 EUR. Das ist die durchschnittliche Summe, die bis zu 35 Jahre nach einem seelischen Totalschaden durch einen PäPriSa (PädophilenPriesterSack) und erniedrigende Verwaltungsspasmen ausbezahlt wird. Klar, da ist der Gebrachte glatte drei mal mehr wert wie ich.
  • Laufsachen anziehen? bei Bewölkung? 18 Grad? Was das Mühe macht – für 80 EUR 20 Minuten Strom und Rütteln – das ist so effektiv – oder wars effizient – oder einfach? Verdammt, ich weiß es nicht mehr, was in der Werbebroschüre stand.

Alles in uns weiß, dass wir uns jeden Tag selbst verarschen – excuse my french. Aber weil es ja alle machen, ist es nicht so schlimm, wenn ich mitmache. Fällt ja keinem auf so – und dass es mir immer schlechter geht, ich immer unzufriedener werde. Hachgott – dieser Burnout, der ist ja fast unvermeidlich.

Leute, ich finde es zum Kotzen. Diese Zelebrieren von Selbstmitleid und Ausweglosigkeit, eingewickelt in den Satz «So bin ich, da kann man nichts machen.» Oder die Alternativverpackung aus dem Business-Account der Ausreden: «Ich hab halt keine Zeit.» Klingt toll, ist keine Erklärung, ist eine Entscheidung und als Feigenblatt ein feiges Blatt. Regalboden 4: Ausreden für Lahmärsche.

Wir werden nicht als Feiglinge geboren – wir machen uns dazu, im wahlberechtigten Alter

Wer aufmerksam mitgelesen hat – so wie Sie – hat bemerkt, dass bislang nur 2 von 4 Klangkörpern (Gesprächspartnern) ihr Fett abbekommen haben für ihr feiges Tun. Feig handelt der, der aus Angst vor Schmerz, Verletzung, Tod oder Verlust einer Aufgabe nicht stellt. So nachzulesen bei Wikipedia. Eine sehr treffliche Zusammenfassung.

Jeder von uns hat sicherlich immer wieder Vorstellungen vom Verlauf seines Lebenswegs, die verglichen mit der tatsächlichen Nachvermessung gelinde gesagt nicht übereinstimmen. Manchmal sind es auch unvorhersehbare Situationen. Da sollten wir entscheiden. Statt dessen machen wir uns ins Höschen und tun? Erst mal nichts. Und dann fragen uns Bekannte, das Spiegelbild oder unsere Kinder und wir? Wir legen gerne mal die DVD rein:

The very best of Ausreden

Ein Auszug: Weißt Du, das mit der Aggression ist doch nichts für mich § Ach es hat sich grade nicht gut angefühlt zu kündigen § Weißt Du, sie ist grad unzufrieden, das legt sich, dann geht sie auch nicht mehr fremd § Ach Vater sein ist einfach, Du musst es nur gut meinen § Ich spür da noch hin

Tatsächlich war da jemand einfach zu feige

  • seinem Partner oder Expartner mal gepflegt die Meinung zu geigen und eine Grenze zu ziehen
  • im viertentwickelsten Land der Welt nach 3 Jahren Ausbeutung zu kündigen statt sich erniedrigen zu lassen
  • einen Wettkampf anzunehmen

und so weiter

Und dann gibt es da noch das Gegenmodell:

Der junge Kerl schmeisst all seine argumentative Kraft in den Ring. Ganz offen sagt er auf die Frage «Wie wär dieses Szeanario?», wenn wir einige Szenarien diskutieren, «Panik. Das wär dann.» 5 Minuten später dafür aber auch: «Das könnte klappen.»

Zwei Tage später wagt er (Wagen=das Gegenteil von feige herumlabern) noch eine Idee zur Diskussion zu stellen. Was hat er per heute erreicht? Er hat nicht einen Weg, den irgendwelche Rattenfänger («Zur Zeit? Informatik!», «Weißt Du, man muss es sich nicht schwer machen», «Zahlen Sie uns, dann bestehen Sie und bekommen ein Hochglanzdiplom») für alle Ratten ausgeben, mit gesenktem Haupt und nacktem Schwanz angetreten. Diesen Weg, auf dem es Abfälle zu Essen gibt und das Unglück zwar groß aber unter so vielen Rattenfüssen verborgen bleibt. Auf dem nie jemand hört, ob es die eigenen Füße sind, die grade in dem Schlamm schmatzen und grundeln.

Und er hat dann, und davon bin ich zutiefst beeindruckt, etwas gemacht, was ich seit bestimmt 10 Jahren nicht mehr erlebt habe: Er hat mich konfrontiert damit, dass ich es auch nicht wissen kann.

Meine Antwort darauf, dass ich aus Erfahrung und Beobachtung eine feste Meinung habe, nicht in die Zukunft schauen kann und das auch nicht behaupte, hat er benutzt, um zu entschieden, ob er meine Meinung berücksichtigt. Das ist mutig. Ich könnte beleidigt sein, die Bemühungen der letzen 5 Tage könnten ent-täuscht werden und er wieder am Anfang stehen mit all seinen Gedanken. Dieser Mut, nicht die Soße von Gutgemeint drauf zu kippen, sondern hinzugehen «Wie kommst Du dazu» – das ist großes Kino.

Am Ende konnte er – erschöpft und bewegt, stolz und aufgewühlt – mit Recht sagen, «Wow, das ist es.»

Dass er diesen Weg mit allem, was möglich ist geht, leuchtet ein? Nein? Oder leuchtet es zwar ein, aber Sie wollen es nicht hören? Weil Ehrlichkeit auch ganz grausam schmerzhaft sein kann? Weil der Preis der Erkenntnis der Schmerz der Enttäuschung ist?

Auch der für diesen Artikel verbleibende Klangkörper 1 zeigt, dass die Haltung des Feiglings eine selbstgewählte ist. Zwar belastet ihn die Situation hörbar. Jedoch hat er sich umgehört, wer ihn wohl unterstützen kann. Und aktuell ist er auf dem Weg, Informationen zu sammeln, Meinungen und diese dann einzuwerten und eine Entscheidung zu treffen.

Was daran besonders ist? Na er hat den Mumm, seine Entscheidungen zu e.r.t.r.a.g.e.n.

Der Feigling? Der erwartet. Der will, dass der andere versteht. Der beklagt, dass ihn der Kunde nicht versteht. Was interessiert den anderen, was ich richtig finde? Genau: einen feuchten Dreck.

Der erwachsene Mensch jeden Geschlechts sollte in der Lage sein auszuhalten, dass etwas nicht (mehr) klappt und dann die Konsequenzen zu tragen und wenn sie nicht mehr erträglich sind, eine Grenze zu ziehen. Wofür? Dafür, dass im Falle der Grenzverletzung diese Grenze verteidigt, behauptet wird. Der Erwachsene fragt nach Alternativen und entscheidet sich für eine. Oder er will eine Lösung und die probiert er aus oder eben nicht. Nur: was danach passiert ist nie «gemein», «so unfair» (wie es dem Vernehmen nach ein amerikanischer Spitzenpolitiker oft empfindet – hör ich da ein leises Papiiiii?) oder «völlig überraschend».

Es gibt also viele Schattierungen, Grautöne, Farbstufen – Attribut al gusto. Auf beiden Seiten. Einerseits, um sich zu verkleiden und eine Ratte zu werden und zu bleiben. Oder andererseits, um sich zu verkleiden, um während der Rattenwanderung von diesen unbehelligt zu bleiben und so, anstatt in dem Fluss ums Ersaufen zu kämpfen, in einem netten Cafe anzukommen, einen Aperol Spritz zu trinken und sich zu überlegen, was ich wohl tun könnte, um das Beste aus meiner Idee rauszuholen.

Ja, ich schüttle auch den Kopf darüber, wie es möglich ist, dass jemand das einfachst mögliche Konzept zum Erfolg führen kann. Sich schilcht kackfrech hinstellen und sagen: «Mein Weg ist auch für Euch alle – ich lizensiere ihn. Für 3 bis 10 Tage. Dann ist der Erfolg ganz leicht.» Oder: «Wenige schaffen, was ich schaffe. Frag mich und wenn Du bezahlt hast, erzähl ich Dir gerne eine Geschichte.»

Es gab eine tolle Liedzeile der – lang ist´s her – Ersten Allgemeinen Verunsicherung «Gib mir Deine Sesterzen, dann scheint Sonne in Dein Herzen» – und wenn es dann nur 2 Tage scheint: «Da siehste mal wie unterentwickelt Du bist, ich hab da ne Mitgliedschaft und nen Newsletter.» Oder so…

Nochmal: Die Rattenfänger gibt es nur, weil es Ratten gibt. Die Seminare heißen natürlich nicht «Wie sterbe ich als Ratte?». Das will ja keiner hören. Sondern sie richten sich an alle, die glauben wollen, «Erfolg/Reichtum/Glück/Guter Sex/Weltmeister ist ganz einfach.». Das klingt so lecker.

Liebe Feiglinge, geniesst Euer Rattenleben, solange ihr noch könnt, bis Euch das Wasser des Alltags an der Nase steht. Mögt ihr alle lange durchhalten. Dann ist im Cafe mehr Platz und der Preis für den Aperol Spritz steigt nicht.

Nur bitte: Schimpfen Sie mir nicht mit den Rattenfängern – die sind nicht für Ihre Feigheit oder die Ihres Kollegen, Partners, Kindes oder sonst wem verantwortlich. Die Feigheit anderer nutzen ist weder nicht sittenwidrig noch verstößt es gegen Treu und Glauben.

Sie könnten natürlich auch mal am Cafe vorbeihuscheln. Mal Zuhören – wie diese unauffällige dritte Gruppe der Wagemutigen so spricht und lebt. Sie müssen ja nicht gleich mitmachen. Sie stören uns auch nicht. Es stellt sich schnell raus, wer dazu passt. Beim Drink, beim Spass, in Freiheit.

Und Sie haben gedacht, ich schimpfe auf die Rattenfänger?