Mojito oder Mehlschwitze – Reiseerinnerungen inmitten Corona

Ich verdiene mein Geld nicht mit Schreiben. Dennoch schreibe ich gern. Reiseeindrücke einer für mich außergewöhnlichen Reise – vergessen, nein eher beiseite gelegt. Und jetzt, mitten in Corona, kommen diese Erinnerungen und Nachdenklichkeiten wieder hoch.

Als ich heute Morgen diesen Reiseessay von mir lese, fühlt sich an, wie in einer anderen Zeit. Heute sitzen Segler in der Karibik fest, wir könnten gerade keinen Last-Minute-Trip dorthin unternehmen. Für mich war das Lesen heute Ansporn und Gewissheit, dass das in meiner gewählten Zukunft möglich sein wird. Die freudvollen Nachdenklichkeiten sind geblieben, und vielleicht sind sie inmitten all der Szenarien eine schöne Ablenkung.

Mojito oder Mehlschwitze

Zu sechst sind wir auf Kuba. Havanna, Vinales, Cienfuegos. Ab Havanna sind wir selbst gefahren – zwei Mietwägen, viel Gepäck, noch mehr gute Laune. Schlaglöcher. Ochsen die Schlitten ohne Räder ziehen, Kubaner auf Rennrädern oder alten Rosteseln. Kubaner auf Pferden. Alles auch gerne auf der Autobahn.

Verkehr in allen Ausbaustufen vom abgehalftertern Buick über den Traum jedes 30er Jahre Enthusiasten zu uniform gefertigten neueren Gebrauchten. Die Abgase hinterlassen deutliche Gerüche.

Die Eindrücke

Glücklich

Auf den ersten Blick sehen wir durch unsere Wohlstandsbrille ein armes Land. Auf den zweiten Blick glückliche und zufriedene Gesichter. Wir sehen dicke Menschen, dünne Menschen, sportliche Menschen und Zigarre-schmauchende Rumbäuche.

Nichts ist ganz und alles funktioniert trotzdem. Der deutsche Ingenieur, der europäische Harmonisierungsbeamte und der Verwaltungsenthusiast würden hier den spontanen Herztod sterben.

Umweltaktivisten brechen hier in Schnappatmung zusammen. Abgase, schwitzende Pferde, die Karren ziehen, verwilderte Hunde, dicke Menschen – wir können in Kuba alle Gründe sehen, warum am Freitag Schulen ohne Kinder sind, Teenager auf Segelbooten zu Umweltkonferenzen reisen und Gender- sowie Wohlstandfüralle-Missionare sich sicher sind: Am westlich-engagierten Verbesserungschor genest die Welt.

Die Kubaner? Ficht das alles nicht an. Die sind was? Einfach happy.

Schlechte Nachricht für die AfD: Kubaner eignen sich nicht als Flüchtlingsbedrohung.

Da-Sein im Dasein

Unser Urlaub fällt in die Zeit, in denen die Sanktionen der USA und der Irrsinn in Venezuela dem Land hart zusetzen. Die Lokale sind ebenso zahlreich, wie leer. Die Supermärkte sind groß, die Auswahl schlicht nicht existent.

Meine Frau und ich stehen vor sieben Paletten Toilettenpapier. Wir brauchen eine Doppelpackung – für unser Airbnb-Apartment. Leider werden die Paletten erst in 5 Stunden abverkauft. Die Menschen warten. Lachend, mit Geschnatter und ohne Hast. Der deutsche Aldi- und Alsterarkaden-Besucher in mir braucht etwas Verarbeitunszeit, bis er die Situation akzeptieren kann.

Ansonsten sind wir als Touristen gut erkennbar – etwas blass, anders angezogen – Sie bekommen ein Bild.

Klar ist also, dass jeder fragt, ob Du bei ihm essen willst. Jeder bietet Dir die beste Zigarre, den besten Rum und überhaupt die schönste Salsa-Musik an.

Denn: Ein CUC sind ungefähr ein Euro. 15 Euro sind wohl ungefähr eine Monatsrente (ich habe es nicht validiert, aber die Zahl liegt im Mittel dessen, was wir so erfahren haben). Wenn wir zu sechst in einem normalen Restaurant essen, bezahlen wir ohne Champagner circa 110 EUR und haben gegessen wie die Könige – geschmacklich und auch mengenmäßig. Das heißt, dass wir an einem Abend so viel ausgaben, wie 8 Rentnern in Kuba im Monat zur Verfügung steht.

Das wichtigste für die Kubaner? Dass wir satt sind und es uns geschmeckt hat. Stolzes Strahlen über unsere Freude, wie lecker Bohnen und Reis geschmeckt haben.

Natürlich ein Hinweis, dass Service nicht eingeschlossen ist. Natürlich sind sie auf unser Trinkgeld scharf.

Womit? Mit Recht – meine ich.

Aber zuerst ist da die Freude über die Sonne (bei 18 Grad tragen die Kubaner übrigens Daunenjacken abends), der Stolz auf das Land und das Strahlen, dass wir da sind.

In einem kleinen Hostel bekommen wir ein Frühstück, das so herzlich serviert wird, dass wir das Gefühl haben, dass gleichzeitig unsere Herzen satt werden. Das ist Willkommenskultur in echt und nicht via Bundesgesetzblatt I.

Sein-Dürfen – Fragezeichen

Wir sind sechs ganz normale Deutsche – Mittelschicht. Wir sind alle selbständig. Wir können lesen, auch schreiben. Wir haben eine Meinung und an manchen Stellen fühlen liegt so eine ungreifbare Unwohlstimmung zwischen uns – nicht zwischenmenschlich, sondern zwischen uns und dem Erlebten.

Wir können selbst mit der Bereitschaft, dem Film „Das große Fressen“ alle Ehre zu machen, nicht alles aufessen. Es geht einfach nicht. Auch nicht, wenn wir nur für vier Personen bestellen.

Es geht uns nahe, wenn wir Hunde sehen, die ihr Bein hinter her ziehen. Wir wollen erst mal nicht in dem Pferdetaxi fahren – das arme Pferd, 30 Grad, Sonne.

Wir stehen betreten im Supermarkt, weil wir dachten, dass wir das Bier nicht entdeckt haben. Leider gibt es seit vielen Tagen kein Bier – dafür palettenweise Freixenet, Malzbier und Cuba-Energy-Drink. Wir fühlen uns schlecht, weil wir Auswahl für selbstverständlich nehmen.

Die Kubaner? Sie strahlen uns an. Jeder Atemzug endet in Lebensfreude, in einem Ja und?-Zwinkern und dem Hinweis, dass wir in Kuba eine Zigarre rauchen, einen Rum trinken und einen Salsa getanzt haben müssen – der Rest ergibt sich. Ist doch ganz leicht, finden Sie nicht auch?

Wenn wir jetzt für vier Essen bestellen, bleibt nicht so viel übrig. Aber sind wir dann nicht geizig – die brauchen doch unser Geld. Dychotomie des Irrsinns – Übermaßvermeidung oder Wirtschaftsförderung. Fragen über Fragen. Mitten im Urlaub – in der Karibik. Mehr als 5.000 km weit weg von der Schlechte-Gewissen Industrie zwischen Bio-Vegan und Flugverbotszone.

Balance und Dichotomie

Tag für Tag, Nacht für Nacht kommen wir mehr in Kuba an. Was sich einstellt ist ein Gefühl von Leichtigkeit.

Wir reden und sinnieren über unsere Eindrücke und unsere deutsch-mittelschichtige Herangehensweise an die erlebten Realitäten. Zuhause würde sich wohl jeder von uns als lebensfroh und positiv einschätzen – in Kuba: Wir kacken echt ab im Vergleich – excuse my french.

Auf dem Weg zurück von einem köstlichen Abendessen sinnieren wir und pointiert kommt es mir über die Lippen: Mojito und Mehlschwitze – das sind die zwei Welten.

So wie diese zwei Begriffe Pole lukullischer Beschriebe sind – alkoholisch, erfrischend und stimmungsfroh hier, grundsätzlich, günstig, genügend da, sind die Haltungen. Irgendwie ist es eine verkehrte Welt.

Wir kommen aus dem fünft reichsten Land der Welt. Wir haben SUVs, Klimaproteste, eine große Koalition, Demokratie und Freiheit.

Wir sind zu Gast in einem Land nach 70 Jahren Planwirtschaft, ohne Abgasnormen, Baumärkten, Multimedia-Märkten oder entwickelten Handelsbeziehungen (nach unseren Maßstäben).

Bei uns fahren irgendwelche frustriert-wütenden Idioten mit 200 km/h durch Großstädte und töten Menschen, während in Kuba auf der Autobahn auch ein Pferdesulky ganz alltäglich und gemütlich von A nach B kommt – und zwischendrin ein Schwätzchen? Klaro!

Wir ver-ethisch-en jeden Konsum, diskutieren innerlich und manches mal auch am Tisch, ob es Abzocke oder ganz normal ist, ob man mit zu viel Trinkgeld als arroganter Schnösel oder großzügiger Gast mit Herz angesehen wird.

Die Kubaner erklären einem derweil strahlend, dass sie gar nicht weg wollen, sie haben doch alles und wer passt denn auf das Pferd auf, während sie auf Reisen sind?

In Havanna, im Vinales Tal und in Cienfuegos spazieren vereinzelt Transsexuelle und Homosexuelle in knallbuntem Gewand – mit traurigen oder fröhlichen Gesichtsausdrücken durch die Straßen. Der Hüftschwung ist beachtlich und noch viel beachtlicher ist: es ist selbstverständlich. Sie können es, keiner tuschelt, keiner dreht sich weg. Sie sind und sie dürfen – das ist Akzeptanz, wenn es keiner fordert sondern alle leben. Keine Diskussion, keine sechsundvierzig Schlagzeilen, wieviele Geschlechterbegriffe es braucht – miteinander und nebeneinander – beim Rum, beim Salsa, beim Anstehen am Bankomat. Notabene: Ich habe keine soziologische Gesellschaftsexegese betrieben, sondern berichte hier von meiner Wahr-Nehmung. Natürlich kann ich hinter keine der Türen schauen – nicht von der 4köpfigen Familie, nicht von dem Homosexuellen oder dem Transsexuellen. Ich sauge die Eindrücke auf der Straße ab, destilliere sie.

Weiter geht es:

Wir machen einen Kochkurs – so viel Enthusiasmus für Minze wie unserer Gastgeberin bekommen unsere vier populärsten Küchenprofis zu bester Sendezeit nicht hin. Wissen, Können, Expertise, Exotik, Exzellenz – aber nicht diesen Enthusiasmus, diesen Stolz auf den Drink und den strengen Blick an alle Teilnehmer, dass die Minzblätter mit äußerster Zärtlichkeit zu behandeln sind mit dem Stößel. Streicheln, nicht stampfen – wir wurden zufrieden angenickt, es war uns gelungen.

Tripadvisor ist eine Währung – bitte die Bewertung nicht vergessen. Daten, Internet alles das ist nur eines: Potenzial, Zukunft, Möglichkeit. Das Internet als 24/7-Nervenbahn zu neuen Gästen, zu den wenigen, die Kommen. Die DSGVO ist weit weg, LTE auch.

Dafür sind reife Bananen, ein strahlendes Lächeln und ein «Taxi?» «Woher kommst Du?» «Ah Deutschland – alles klar, wie geht´s?» immer nah – unaufdringlich, herzlich, menschenzugwandt.

Fragen, die nach oben drücken

Wir sitzen am Steg – Wasser, Kaffee, Sonne. Und inmitten der Fröhlichkeit klopfen die Gedanken und die Fragen.

Seit ich hier bin stelle ich mir vor, was die Geschäftsführer, Abteilungsleiter, Angestellten, Selbständigen, die Männer, Frauen, Mädchen, Transsexuellen, Jungen, Akademiker, Ungelernten, Deutschen, Türken, Finnen, Afrikaner, Amerikaner, Russen, Sportler und Couchpotatoes aus den Begegnungen und Tagen hier für Fragen und Themen ableiten würden. Ich meine diese bunte Schar an Stichprobe aus unserer Mitte, mit denen ich arbeite und die alle inmitten von guten Leben stehen und weit weg von allzu pathologischem Dramageschwurbel. Nicht zuletzt, eher zuerst sinniere ich auch über mich selbst – bin ich schließlich auch ein 49 jähriges Resultat unserer deutschen Gesellschaft und unseres europäischen Geistes.

Was würde da wohl so auf einem Protkoll-Blatt stehen? Vielleicht…

Ist es ethisch vertretbar, dass ein kleines Mädchen seinen Vater zur Arbeit begleitet und umgebungsvergessen zur Musik seiner Kombo auf der Restaurant-Terrasse tanzt?

Ist es richtig, 24/7 nur Probleme durchs Dorf zu jagen?

Muss jede Lust auf irgendwas mit Fragen garniert werden nach CO2-Bilanz, Gender-Hü und Gleichberechtigung-Hott.

Darf mich der frische Apfel und eine Stunde Barfuss im Park ganz einfach erfreuen oder reicht nicht auch Mehlschwitze, Brühwürfel und Kartoffel und dann sofort am nächsten Problem gelesen, gearbeitet und vertieft?

Darf ich, weil es heute egal sein darf, ohne schlechtes Gewissen 4 Mojito trinken und dann immer noch das 10 Renten-Äquivalent eines Kubaners im Geldbeutel haben, oder müsste ich Wasser trinken und ein Waisenhaus besuchen, ja erbauen?

Ist das Buchen eines Reitausflugs bei 32 Grad und Sonne Tierquälerei?

Könnten wir nicht mit einer neuen Steuerausnahme noch einen Anreiz zu einer weltrettenden Umweltauflagetechniksenfkörnerverdampfungsirgendwiesindwiranallemschuld …äh… schaffen?

Der moralische Strudel ist mächtig – und echt lästig.

Stimmung

Meine Heimat und meine Leute bedeuten mir was. Der krasse Stimmungsunterschied berührt, ja er beschwert nicht.

Warum?

Weil daheim alles immer weniger fröhlich wird, weil alles immer gefährlicher, moralischer, unvertretbarer, unvereinbarer, unver-scheißenochmal – können wir auch mal wieder lachen, einfach so – für 10 Minuten, ach 1 Minute?

Zugleich geniesse ich auch die Zeit mit meinen Freunden.

Jeder von uns findet Leistung wichtig, Spaß genauso und alle von uns sind Demokraten und weltoffene Menschen – Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit und alles weitere, was heute proklamiert und aufs heftigste für den Politiker hier und die NGO-Aktivistin dort von diesen und deren online-Petiteuren alleinstellend in Anspruch genommen wird, müssen wir nicht erwähnen und proklamieren – weil es für uns selbstverständlich ist.

Mitten im Urlaub erzählt ein Kellner, dass er in Deutschland war – eingeladen auf eine Deutsch/kubanische Hochzeit – Magdeburg, Köln, Berlin, München, Berge. Stolz erzählt er, was er von seinen Gastgebern gelernt hat: «Wie heißt Du?» «Wie geht es?» «Warum?», dann musste er lachen. Ein anderer strahlt mich an: «Ah, Borrussia Dortmund, FC Bayern, Oktoberfest, Probleme. … Probleme mein Freund, ihr müsst Salsa tanzen!» grinst er mich mit einem ernsten, auffordernden Zwinkern an.

Ob wir bar zahlen müssen oder mit Karte zahlen können? «Ah, das sehen wir dann. Das ergibt sich. Was wollt Ihr essen?»

Ich versteh, was sie zum Ausdruck bringen und ich bin berührt von ihrer unverdrossenen Gastfreundschaft.

Effekt

Hier, in der Sonne, geküsst mit den Vorzügen des Wohlstands einer der reichsten Volkswirtschafsten, der sichersten Demokratien der Welt, keimt in mir bei Reis und Bohnen der Zorn.

Der Zorn auf die Medien, die alles zum Problem und dem Niedergang von was auch immer (gern: Demokratie, Wohlstand – immer wieder: der Welt – regelmäßig: der Gesundheit, der Moral und wenn nichts mehr geht: der Wiederkehr des verklemmt-schwulen Halbösterreichers mit dem lächerlichen Oberlippenbärtchen) machen.

Zorn auf die Politiker, die alles zur Bedrohung und sich zur Lösung machen und die Meinungsmaschinen (Ministerien) mißbrauchen, den Leuten Angst zu machen, statt ihren Wählern was zuzutrauen, die uns mit Gesetzen zuscheißen und es als Bodenplatte gesellschaftlichen Wohlstands verkaufen. Ich bin Anwalt – was unsere Gesellschaft braucht, darüber diskutiere ich gerne – eines braucht sie meiner tiefen, aus Praxis und Tun entstandenen Überzeugung sicher nicht: weitere Gesetze.

Zorn auf die Gutmenschen, die alles zulassen und nichts zu Ende denken. Ich bin Realist und BIO heißt für mich Blind In Ordnung – wenn ich es gut meine, dann kann es ja nicht so falsch sein, wenn ich meine Kinder mit Biobrause adipös mäste…

Die, die qua Position für das Wohl unseres Landes verantwortlich zeichnen (leider nur: sollten), befeuern aus Feigheit, eigenem Machterhalt und narzistischer Wichtigtuerei lieber wen? Genau, die German Angst. Das kollektive In-die-Hose-Machen vor Zukunft, Lebensfreude und Zuversicht.

Wir regeln jeden Sch… und sind fassungslos, dass Kinder beim WhatsApp-Tippen von der Straßenbahn überfahren werden.

German Angst – damit sich kein Grauen je mehr wiederholt, brauchen wir höchste Datensicherheit und der Staat garantiert diskriminierungslose, fotofreie Bewerbungsverfahren. Während die heutige junge Generation als ADHS-verseuchte Pharmaversuchskaninchen zwischen 17.000 Studienangeboten wählen können und der Ausbildungsberuf an sich unschicklich ist, weswegen auch der Frisör ein Bachelor werden soll (nicht im Fernsehen, an der Uni wohlgemerkt), übersehen wir, dass kein Politiker mehr Haltung zeigt.

Wir bekommen große Koalitionen und Doppelspitzen – dann wars immer der andere. Das ist nichts anderes als Feigheit – nur außerhalb der Strafverhandlung kommen die Meisten mir der Ausrede durch.

Verantwortung einfordern und sich selbst ins Höschen pinkeln beim ersten Donner – es ist gruselig anzusehen. Die Presse be-meint uns, anstatt zu be-richt(ig)en. Sie kuschelt sich zur Mehrheit, statt aufzurütteln. Alle überbieten sich in Gekreische, was alles schief gehen kann – und wir wundern uns über Politikverdrossenheit.

Mehlschwitze als Seelenzustand

In Kuba war meine karibisch friedlich-bittere Conclusio: Wir lassen uns Mehlschwitze als Leistung verkaufen. Von denen, die laut schreien und das als Weisheit verkaufen, daweil es Hysterie, die Angst Realtität wird, dass alle merken: die können gar nicht Kochen.

German Angst – Mehlschwitze – die schmeckt nach nix und man wird satt davon, keine Frage. Es ist auch völlig risikofrei. Die Mehlschwitze kannste nicht verkacken (Kochshow-Sprech). Und wer sie dann doch verkackt, der bekommt Mitleid, weil wer dazu zu doof ist – für den gibts dann Sozialleistungen und einen warmen Platz im Bundesgesetzblatt. Danach haste eines nicht: Lust auf Fröhlichkeit, da lebst Du in einem Trotz-Dem.

Die Alternative: ein zärtlich gerührter, lustvoll servierter und unbeschwert genossener Mojito

Als Barkeeper, Gastronom, Abenteurer und Lebensbegeisterter weiß ich um die Kräfte von Genuss und Fröhlichkeit. Als Anwalt flechte ich sie ein, wenn ein Mandant am Ende seiner Kräfte ist – es wirkt.

Deswegen: Wie wäre es, statt per Verordnung oder Gesetz Antidiskrimierung zu verordnen, einfach mal miteinander zu lachen, gar zu tanzen. Ohne daraus eine Anti-Afd oder Pro-Greta, Hinter-Grün oder Vor-FDP Kampagne zu machen.

Sitzen, Lachen, Sein.

Stelle man sich vor, wir wagen einen Salsa und stolpern – die Frage ist, ob wir dann in der Mehlschwitze landen oder einfach nur im Staub, lachend aufstehen und einen Rum trinken, damit die Hüfte weich wird.

Stellen wir uns vor, Herr Habeck, Herr Kühnert, Herr Prantl, Frau Merkel, Frau Kramp-Karrenbauer, Herr Scheuer, Frau Scheswig, Fräulein Greta (noch ohne Alkohol) – bitte ergänzen Sie eigenständig – müssten einen Tag lang nach jedem „es droht“, „wir müssen“, „die Frage ist“, „der Abgrund“, „der Abschwung“ einen Rum trinken und einen Salsa tanzen.

Wir hätten 2 Wochen keine Regierung, keine Zeitung, keine Horrorszenarien – sämtliche sinnbildlich genannten dafür den Kater ihres Lebens und einen Muskelkater, mit dem sie nicht aus dem Bett kommen.

Stellen Sie sich vor, was das heißen könnte: Keine neue, x.te Durchführungsverordnung zur Hackfleischhygienehastduesnichtgewusstabertrotzdemertragen-Verordnung und kein staatlich Verordneter Appell in einem ‹Gesetz zur fröhlichen Verschwendung von Lebenszeit in der Paralyse der Analyse› (German Angst Act 4.0).

Mojito oder Mehlschwitze – Geschmack fängt im Herzen an

Wir hätten? Frei. Frei von Sorgen und Angst.

Wir hätten dann? Zeit zum Lachen. Zeit zum Kochen. Zeit zu Leben. Zeit zu Arbeiten. Zeit zu Lieben. Zeit zu Gestalten. Zeit zu Versöhnen. Zeit zu Erkennen. Zeit zu Leben.

‚Tschuldigung – das ist jetzt schon sehr undeutsch, fast fröhlich. Ich glaub, ich hab Sonne – noch für 14 Tage.

Bitte verzeihen Sie und machen Sie es keinesfalls nach – es könnte sein, dass Sie German Angst danach echt doof finden.

«Woher kommst Du?» «Egal – lass uns tanzen.» «Ah, Ihr Deutschen, immer gut drauf.»

Ich wünsche mir diesen Dialog, ich vermisse ihn.