Ich dachte es kann nicht mehr schlimmer kommen – Gott lachte und es kam schlimmer

Weil ich gestern drei lange Telefonate hatte mit dem Ergebnis, dass drei Unternehmer sehr konsterniert waren, möchte ich hier auf einen unter Umständen wichtigen und leicht übersehenen Umstand hinweisen:

Die mit einigem öffentlichen Getöse kommunizierten KfW-Mittel sind keine Zuschüsse! Sondern Kredite, die über die Hausbank ausgereicht werden. Das heißt, dass die Mittel zurück gezahlt werden müssen.

Sprich: die Tilgungslast muss aus versteuertem Gewinn getragen werden (können).

Außerdem sollte hier nicht zu viel Hoffnung, gar Selbstverständlichkeit angenommen werden.

Denn die KfW selbst stellt auf der Corona-Seite klar:

Es geht um Haftungsübernahmen von 80% und 70% – je nach Betriebsalter. Unten an finden Sie einen Link.

Das heißt im Klartext, dass die Hausbank der betroffenen Unternehmen mit 20 oder 30% ins Risiko gehen müsste – bei einem Krisenkredit. Das ist möglich, aber sicher kein Selbstläufer.

Wer den Weg über die KfW erwägt, sollte – bevor er zu viel Energie auf diesen Weg verwendet – das offene, vertrauensvolle Gespräch mit seiner Hausbank suchen, ob diese für seinen Finanzbedarf die 20 oder 30% mit geht.

Ich war erschrocken, wie gutgläubig die Gesprächspartner von gestern sich in Sicherheit wähnten. Einer hat noch gestern bei seiner Hausbank angerufen – jetzt sucht er nach Sicherheiten für die 20% (15 Arbeitsplätze sind akut bedroht). Ich meine das nicht zynisch. Ich berichte aus meiner aktuellen Beratungsrealität.

Egal, wie ernst jeder einzelne von uns die Corona-Krise nimmt – die wirtschaftlichen Auswirkungen sind schon da. Handeln wir danach.

Mit bestem Gruß
Frank Ehrsam, RA